Er spielte die miesesten Kerle im Kino, nun ist er für einen Oscar nominiert: In "Dame, König, As, Spion" brilliert Gary Oldman als John Le Carrés berühmter Agent George Smiley …
SPIEGEL ONLINE: Mister Oldman, Tomas Alfredson, der Regisseur von "Dame, König, As, Spion", nannte Sie kürzlich "das Schweizer Taschenmesser der Schauspielkunst". Fänden Sie das eine angemessene Inschrift für Ihren Grabstein?
Der ebenso elegante wie intelligente Spionagethriller DAME, KÖNIG, AS, SPION bringt George Smiley, die zentrale Figur im Le-Carré-Universum, erstmals nach langer Zeit wieder auf die Kinoleinwand.
Vermutlich sind wir hier der kultusministeriellen Afterreform nur entgangen, weil der deutsche Buchtitel von 1974 (orig. „Tinker Tailor Soldier Spy“) schon zu bekannt war.
Die vorhergehenden Bücher, wie „Kleines Lexikon der Sprachen“ (Beck 2001) und „Universalgeschichte der Schrift“ (Campus 1990) sind, wie ich sehe, auch reformfrei veröffentlicht.
als Anlage eine Zusammenstellung der heutigen Leserbriefe zum Thema "verschleierter Unterrichtsausfall" an unseren Schulen sowie die Online- Kommentare zum Thema. Da die Seite von der KN schon aus dem sichtbaren Bereich genommen wurde, habe ich sie als pdf-Version hier drangehängt.
Außerdem habe ich mal im Archiv gewühlt und einen Brief gefunden, den Ralf Stegner 1999 damals als Bildungs-Staatssekretär an die Elternvertreter des Landes geschrieben hat.
Und beachten Sie bitte aktiv die Möglichkeit zum Dialog mit der Bundeskanzlerin - wenn es auch recht einseitige Monologe sind - sie zwar nicht alle zustimmungsfähig, aber lesenswert.
Ein zustimmungspflichtiges Beispiel finden Sie hier:
Opfer dieser Politik sind Schüler, Eltern und Lehrer
Ausfall von Unterricht wird verschleiert
Um eine ernsthafte Diskussion anzustoßen, wäre in einem ersten Schritt erforderlich, dass das Äldungsministerium einmal offenlegt, wie die Statistiken über Unterrichtsausfall geführt werden. Nach meinen langjährigen Erfahrungen als Eternvertreter kann nämlich keine Rede davon sein, dass der von Schülern und Eltern erlebte Unterrichtsausfall sich auch in den Statistiken wiederfindet.
Fragen Sie doch einmal nach, was auf weiterführenden Schulen passiert, wenn die erste oder letzte Stunde ausfällt. Wird die als Unterrichtsausfall erfasst? Was passiert, wenn in der Oberstufe Unterricht ausfällt? Wird dies als Unterrichtsausfall in der Statistik abgebildet?
Gar nicht davon zu reden, was passiert, wenn eine Stunde Chemie ausfällt und ein Französischlehrer diese Klasse beaufsichtigt. Natürlich ist dies - statistisch gesehen - kein Unterrichtsausfall. Wobei man zugeben muss, dass dies schon fast ein Idealfall ist - immerhin ist ein Lehrer im Raum.
Diese Verschleierung ist allerdings nicht den Schulen vorzuwerfen, sondern der Politik, und da macht es leider kaum einen Unterschied, wer regiert. Bislang hat noch jeder Bildungsminister dafür gesorgt, dass die Zahlen ein schönes Bild ergeben.
Die statistischen Zahlen sind politisch gewollte Ergebnisse, und wenn die Zahl einmal nicht passt, dann wird der Erfassungsgrund verändert und nicht die Ursache.
Dies alles bewusst in Kauf nehmend, auch angesichts der teils blamablen Vergleichsergebnisse (PISA etc.), streicht die Landesregierung Stellen, weil angeblich angesichts sinkender Schülerzahlen eine Überversorgung droht. Das ist der eigentliehe Skandal.
„Jede Stunde zählt" heißt die Initiative, die Schleswig-Holsteins Bildungsministerium im Jahre 2003 für die Schulen initiierte. Ein Erfolgsmodell, wie das Ministerium seitdem immer wieder betont. Schulen, Lehrer und Eltern sehen das allerdings komplett anders und beklagen einen zunehmenden Unterrichtsausfall. Foto dpa
Neben Schülern und Eltern gehören die Lehrer zu den Opfern dieser Politik. Der weitaus überwiegende Anteil der Lehrer ist hoch engagiert und motiviert, aber das Bildungssystem arbeitet daran, ihnen den Beruf zu verleiden. Glücklicherweise gelingt dies nur in seltenen Fallen.
Leider werden viel zu häufig Krankheitszeiten der Lehrer als Ursache für den Untemchtsausfall angeführt. Nach meiner Erfahrung ist häufig die Krankheit die Folge der verfehlten, auf den Geldbeutel starrenden Bildungspolitik. Auch angesichts leerer Kassen muss der Bildungserfolg im Mittelpunkt stehen und nicht die Frage, wie kann Geld eingespart werden. Die Kosten verfehlter Bildungspolitik sind ungleich höher als der kurzfristige Einsparerfolg.
Ich hoffe sehr, dass es Ihnen gelingt, die tatsächlichen Zustände an unseren Schulen abzubilden und die Politik zu zwingen, mit offenen Karten zu spielen.
Ulf Evers, Wattenbek
Wir wollen uns nicht mehr vertrösten lassen
Ausfall von Unterricht wird verschleiert
Wie traurig, dass wir Eltern seit Jahren genau diese widrigen Umstände in den Schulen bemängeln und sich nichts ändert. Bereits vor vier Jahren, als hier im Kreis Herzogtum-Lauenburg die Gemeinschaftsschulen gestartet sind, hat nach kurzer Zeit die Höhe der Stundenausfälle zugenommen.
Ein großer Aspekt, der mir bis heute nicht klar ist, ist die Tatsache, dass es zwar Fortbildungen gab, diese jedoch nicht verpflichtend von den Lehrkräften absolviert werden mussten. Dass es unter dem neuen „Lehrkonzept" zu Schwierigkeiten in der Umsetzung kommt, wussten alle. Die Lehrkräfte sind aufgrund der andersartigen Arbeitsanweisungen verständlicherweise irgendwann überfordert. Nicht zuletzt, weil sich die Klientel der Schüler gesellschaftlich verändert hat. Vielen Schülern fehlt es an Sozialkompetenz oder sie weisen unterschiedliche Lernbeeinträchtigungen auf, so dass ein angemessener Unterricht gar nicht möglich ist.
Bis heute werden an den Universitäten noch keine jungen Lehrkräfte verabschiedet, die die neue Art der Unterrichtsgestaltung erlernt haben. Wir leiden nicht nur am Mangel an Vertretungskräften, auch Fachkräfte für die Bereiche Physik, Musik usw. fehlen seit etlichen Jahren. Für mich eine Unverschämtheit, wie hier mit dem höchsten Gut unserer Gesellschaft, unseren Kindern, umgegangen wird. Alle sprechen von Investitionen in die Bildung. Doch da, wo das Geld dringend benötigt wird,
kommt es nicht an.
Wie lange wollen die Parteien noch untätig zusehen, bis sie endlich einmal auf uns Eltern hören?
Bleibt abzuwarten, ob sich spätestens im Mai nach den Wahlen endlich etwas ändert. Die jetzige Regierung hat es jedenfalls mit der Geduld von uns Elternvertretern übertrieben. Wir wollen uns nicht mehr vertrösten lassen. Wir wollen endlich, dass dem Bildungsauftrag zu 100% entsprochen wird.
Uta Joachim, Ratzeburg
Dilettantischer kann eine Bilanz nicht ausfallen
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G8 gestartet ohne Lehrplananpassung, mit dem Y-Modell G8/G9 ein für die Schulen nicht organisierbares System geschaffen, Unterrichtsausfall an allen Schulen in höchster Ausprägung, Lehrerstellenschlüssel, welche eine sinnvolle Vertretung unmöglich machen. Zum Krankenstand unter Lehrern keine Zahlen im Ministerium. Dilettantischer kann eine kultuspolitische Bilanz nicht ausfallen.
Ein Wunder, wie gut sich unsere Schüler unter diesen Voraussetzungen in der Pisastudie schlagen. Und dann kurz vor der Wahl populistisch 450 neue Lehrerstellen fordern! Für wie blöd will der Kultusminister Eltern, Lehrer und Schüler verkaufen?
Dr. Stefan Ellwanqer, Schwedeneck
Schon früher gab es die EVA-Stunden
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Schon in der Amtszeit von Frau Erdsiek-Rave aufgrund der Veröffentlichung der weiter fallenden Quote von Unterrichtsausfall in Schleswig-Holstein schrieb ich 2003 in einem Leserbrief, dass die übliche Praxis an meiner damaligen Schule in Kiel, Unterrichtsausfall zu verschleiern, die folgende war: War eine Lehrkraft in der Unteroder Mittelstufe abwesend, wurde eine Lehrkraft aus der Oberstufe als Vertretung eingesetzt. Die Oberstufe wurde derweil mit EVA (eigenverantwortliches Arbeiten = keine Lehrkraft während der Unterrichtsstunde anwesend) beschäftigt. Zum Teil bestand die Hälfte des Vertretungsplans aus solchen EVA-Stunden.
Vorteil: Die EVA-Stunden galten nicht als Unterrichtsausfall und tauchten somit in der Statistik der Schule, die ans Ministerium gemeldet wurde, nicht auf.
Daraufhin wurde ich von unserem Schulleiter abgemahnt, da ich Internes an die Öffentlichkeit weitergeleitet hätte und aufgefordert, in einem zweiten Leserbrief die angeblichen Behauptungen zurückzunehmen. Dass ich diesen nie geschrieben habe, bereue ich bis heute nicht.
Burkhard Theel, Altenholz
Wer trägt dafür die Verantwortung?
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Es überrascht mich, dass dieses Thema so „überraschend''' kommt. Die Unterrichtsausfallstatistik ist stärker frisiert als unsere Arbeitslosenstatistik. Das sollte doch bekannt sein.
Ausfall ist kein Ausfall, wenn eine Vertretung den Raum besetzen kann. Was dann dort gemacht wird, ist für die Statistik unerheblich.
Geht man davon aus, dass Stundentafeln zu erfüllen sind, muss die Frage gestellt werden, wer dafür zuständig ist. Damit sind wir dann beim Ministerium für Bildung und Kultur (MBK), das selbst notwendige Qualifikationen nicht organisiert bekommt.
Fremdvertretungen sind die einzige Chance für die Schulen, die nicht immer zielgerichtet, sondern ausfallstatistisch notwendig sind. Die Schultage sind gezählt, und ein Instrument für Vertretung wird nicht gestellt. Man stelle sich einfach mal die Frage, wie gut und geplant die Lehrer eingesetzt werden könnten, wenn es ein Ausfallinstrumentarium gäbe. Dann würde auch die Qualität des Unterrichts nicht leiden, der ausfallbedingt teils nur mit halber Besetzung läuft!
Offen bleibt, warum vieles nicht als Ausfall gewertet wird, und wer die Verantwortung für die Umsetzung der Stundentafeln trägt. Dazu müssten eigentlich Instrumente gestellt werden! Nichts passiert. Ausfälle bedingt durch Mutterschutz etc., werden nicht zu 100% ersetzt! Was, wenn fünf Lehrerinnen gleichzeitig in Mutterschutz gehen? Ein Problem der Schule - warum eigentlich?
Besonders schlimm ist, dass durch das fehlende Ausfallmanagement die Konzepte der Schulen unterwandert werden. Durch die fehlenden Lehrerressourcen werden konzeptgebundene Doppelbesetzungen aufgelöst. Dieses ist neben dem Ausfall eine Schwächung der Unterrichtsqualität der Schüler, die dann in einfach besetzter Form „normal" unterrichtet werden. Niemand will den Überblick, obwohl die Erfüllungsdokumentation von Stundentafeln doch eine feine Geschichte wäre. Für die Bereitstellung von Lehrern ist das MBK zuständig und von dort kommt irgendwie nichts - nicht einmal dringend benötigte Lehrer!
Olaf Trutzel, Schenefeld
Jugend muss gefördert werden, und das nicht nur zeitweise
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Ich habe Ihren Artikel mit Genugtuung gelesen - an der Lauenburgischen Gelehrtenschule ist es nicht anders; auch in der Oberstufe: „Der Unterrichtsausfall nimmt eindeutig zu. Vertretung wird nicht gewährt..."
Letztens in der 12. Klasse ist aufgrund des Fehlens der Fachlehrerin in Deutsch dreieinhalb Wochen der Unterricht ausgefallen - Ersatz wurde nicht gestellt.
Ich sehe die Gefahr, besonders bei den angehenden Abiturienten, dass ihnen zu wenig vermittelt wird - oder es kommt am Ende zum Crash-Unterricht. Hier muss sich das Bildungsministerium etwas Vernünftiges einfallen lassen und sofort reagieren - nun, nicht erst Jahre später. Die Jugend ist unsere Zukunft! Man muss sie fördern, und das nicht nur zeitweise.
Detlef Olfen
Keine Woche gab es Unterricht nach Stundenplan
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Wir registrieren Unterrichtsausfall mit zunehmender Tendenz seit ca. drei Jahren. Im vergangenen Halbjahr gab es keine Woche, in der Unterricht nach Stundenplan stattfand. Gleich nach den Sommerferien fiel für acht Wochen das Fach Wirtschaft-Politik aus, da der Fachlehrer im Erziehungsurlaub war, den er Monate vorher angemeldet hatte. Dem Lehrer ist kein Vorwurf zu machen. Wir machen dem Bildungsministerium schwere Vorwürfe, dass es solche Ausfälle einfach nur „ aussitzt", ohne eine Ersatzkraft einzustellen. Dies ist nur ein Fall, wir könnten viele mehr aufzählen. Es ist einfach lächerlich zu glauben, dass Hamburger Schüler „schlauer" seien als Schleswig-Holsteinische. Die Hamburger haben wahrscheinlich ein besser funktionierendes Bildungssystem.
Th. u. D. Altenburger, Schwedeneck
Jetzt handeln und nicht erst in einigen Jahren
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Als Mutter von drei Schulkindern kann ich den Artikel nur bestätigen. In der Grundschule betreuen Lehrer mehrere Klassen gleichzeitig, wenn Kollegen krank sind. Wir Eltern springen auch kurzfristig ein, wenn es keine Möglichkeiten mehr gibt. Eigentlich keine gute Lösung, weder für Lehrer, die ihre Kräfte für den normalen Unterricht brauchen, noch für die Kinder, die von den Vertretungen „gefrustet" sind, weil sie den Unterricht zu retten versuchen mit ihren Aufgaben und Zetteln.
In der weiterführenden Schule fällt immer öfter bei Krankheit der Unterricht aus. Die Kinder freuen sich, aber auf die Dauer verpassen sie ganz viel - Stunden, die sie eigentlich für später gebraucht hätten.
Das ist der Schulalltag, ein Armutszeugnis für unser Land, da wir nicht in unsere Zukunft - die Schulkinder - investieren, sondern sie einfach links liegen lassen. Kein Wunder, dass Pisa uns so weit unten eingestuft hat! Lösung? Statistik erfassen und handeln - demnächst - und nicht in einigen Jahren!
Mirjam Kaltenberg, Mönkeberg
Die diese These kommentierenden Seiten bedürfen kaum noch weiterer Worte.
“Warum wagen die westlichen Eliten nicht einmal die Frage zu stellen, ob George W. Bush und Tony Blair wegen ihres auf Lügen gebauten Irakkrieges nicht auch vor ein internationales Strafgericht gestellt werden müssten?”
[Seite 29]
Hier soll nur die Frage gestellt werden, warum sie sich untertänig und fehlerhaft der Reform-Schreibdiktatur unterwirft, obwohl sie lt. Verfassungsgericht nicht dazu verpflichtet ist und sie auch noch Ende 2004 die parlamentarische Intiative gegen die Reform unterstützt hat.
Das Volk in Syrien wird zum Spielball der weltweiten Interessen: Der Westen kann in den Bürgerkrieg nicht eingreifen, solange Russland sich im Uno-Sicherheitsrat quer stellt. spiegel.de 2.2.2012
Sprachwidrige Urreformschreibung (Duden der 23.: „Vom folgenden Verb wird „quer“ wird immer getrennt geschrieben"), die zu Recht auf dem Reformmüllhaufen gelandet ist.
NB. Die Russen lassen sich nicht noch einmal, wie im Falle Libyen, zu einem Freibrief für die NATO übertölpeln.
"Kinder auf der Suche nach Sprache
Arztreport 2012 vorgestellt
Berlin/Kiel. Früher waren es Klassiker wie Röteln oder Masern, die Kinderärzte in Deutschland beschäftigten. Heute sind es immer öfter Sprachentwicklungsstörungen: Jedes dritte Kind im Vorschulalter ist betroffen. Das geht aus dem gestern vorgestellten Arztreport 2012 der Barmer GEK hervor. In Schleswig-Holstein liegt der Anteil der Kinder bis 14 Jahre mit Sprech- und Sprachdefiziten bei 10,5 Prozent - ein Spitzenwert. ..."
Den ganzen Text finden Sie im Anhang.
Der traurige schleswig-holsteinische Rekord von 10,5 % aller Kinder ist mit ganz großer Sicherheit auf die Streichung der Sprachheilgrundschulen und eigenständigen Förderschulen durch die damalige SPD/Grünen-Regierung zurückzuführen.
Schon der Vorläufer des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins, die "Initiative Kieler Schulelelternbeiräte", hat damals auf die drohenden Folgen dieser menschenverachtenden Maßnahme hingewiesen - mit vollem, bitterem Recht, wie sich jetzt zeigt.
Es ist nicht nachzuvollziehen, daß diese Fehlentwicklung von der Politik noch immer nicht als eigener Fehler erkannt, zugegeben und korrigiert wird.
Die Wiedereinführung aller fachspezifischen Förderschulen muß Ziel und Aufgabe bleiben. Aus einer Vollförderung, die es bis 1998 gab, ist nur noch eine Symbol-Verpackung der ehemaligen Inhalte übriggeblieben. Das ist keine Inklusion, es ist eine Exklusion - ein Ausschluß Hilfsbedürftiger von Hin- und Zuwendung, die ihnen jetzt von der Politik versagt sind.
Dranbleiben!
Gruß,
Ihr / Euer
U.Kliegis
KN v. 1.2.2012 Kinder auf der Suche nach Sprache Arztreport 2012 vorgestellt
Berlin/Kiel. Früher waren es Klassiker wie Röteln oder
Masern, die Kinderärzte in Deutschland beschäftigten. Heute sind es immer öfter Sprachentwicklungsstörun-gen: Jedes dritte Kind im Vorschulalter ist betroffen. Das geht aus dem gestern vorgestellten Arztreport 2012 der Barmer GEK hervor. In Schleswig-Holstein liegt der Anteil der Kinder bis 14 Jahre mit Sprech- und Sprachdefiziten bei 10,5 Prozent - ein Spitzenwert.
Von Martina Wengierek
Das Kultusministerium in Kiel reagierte relassen. Die Zahl relativiere sich, wenn man sie auf die Altersgruppen verteile, sagte Pressesprecher Thomas Schunck, Dann stelle man fest, dass zwischen vier und fünf Jahren die diagnostizierten Sprachstörungen mit etwa einem Drittel aller Kinder ausgewiesen sind. Die Sprachstörungen gingen danach zurück und lägen bei Schuleintritt nur noch bei etwa einem Fünftel, im Alter von zehn Jahren nur noch bei fünf Prozent. Daher habe die Landesregierung die sprachheilpädagogische Förderung auch in die vorschulische Förderung verlagert. In den Kitas werden laut Schunck rund 7000 Kinder sprachheil-pädagogisch gefördert. Derzeit werde inhaltlich an Konzepten gearbeitet, die Förderung auf unter Dreijährige auszudehnen.
„Das wäre super", sagt Manfred Lübke, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin aus Kronshagen. Auch er registriert in seiner Praxis eine Zunahme von Sprachdefiziten bei Kindern im Vorschulalter. Er empfiehlt, die Erzieher in den Kitas besser auszubilden und den Personalschlüssel zu verbessern.
Fachärzte wie er halten das Problem vielfach für „hausgemacht", weil die Eltern den Nachwuchs oft vor dem Fernseher parken oder mit PC-Spielen beschäftigen. „Die Kommunikation in den Familien muss besser werden", fordert Lübke.
Sein Berufskollege Josef Kahl sieht das genauso: „Menschen können Sprache nicht durch TV-Berieselung lernen, sondern einzig durch liebevolle Zuwendung ihrer Bezugspersonen", sagt der Präventionsexperte des Beruf sverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Für Ulrich Gidion vom schleswigholsteinischen BVKJ erklärt das vermutlich auch, warum vor allem die elektronikbegeisterten Jungen unter mangelnder Sprachkompetenz leiden. Im sechsten Lebensjahr kommen sie laut Report auf einen Diagnose-Anteil von 38 Prozent, Mädchen auf 30 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Behandlung: 20 Prozent der fünfjährigen Jungen erhalten eine Logopädie-Verordnung, dagegen nur 14 Prozent der gleichaltrigen Mädchen.
Bundesweit haben den Angaben zufolge 10,3 Prozent aller Kinder Sprech- und Sprachstörungen. Bremen schneidet mit 8,1 Prozent am besten ab, das Saarland mit 11 am schlechtesten. Pro Jahr sind 1,12 Millionen Jungen und Mädchen im Alter bis zu 14 Jahren betroffen. Ein Grund für die „auffällig hohen Diagnoseraten" sei die verstärkte Aufmerksamkeit und Sensibilität von Eltern, Erziehern und Ärzten, erklärte der Vizechef der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Sehlenker. Dennoch sieht er keinen Grund, Alarm zu schlagen, weil professionelle Sprachförderung in Anspruch genommen wird. Vorschüler mit entsprechender Diagnose würden zu einem guten Drittel auch logopädisch behandelt.
Als Mitglied der „Unwort”-Jury hat Heiner Geißler auch die Bezeichnung „Gutmensch“ kritisiert.
»"Gutmensch" greife das ethische ideal des "guten Menschen" auf hämische Weise auf, um Andersdenkende pauschal als naiv abzuqualifizieren.«
Nach verbreitetem Sprachgebrauch profiliert sich ein „Gutmensch“ als großherziger, guter Mensch vor allem auf Kosten anderer. Ein bekannter Gutmensch war Heinrich Böll, der jegliche Scheinasylanten und damals noch nicht so genannte „Einwanderer“ in das soziale Netz der Bundesrepublik willkommen heißen wollte und schließlich auch als Mitglied im Komitee „Schiff für Vietnam“ Fluchtbereiten aus dem angeblich schrecklichen kommunistischen Vietnam in die Boote helfen wollte, um sie in die Bundesrepublik zu schleusen.
Wie die anderen Unwort-Propagandisten ist auch Heiner Geißler (CDU) ein „Gutmensch“. Von ihm hörte ich erstmals das Wort „multikulturell“. Heute sind die Gutmenschen gut organisiert und lassen Unwillige nicht selten als verkappte Nazis erscheinen.
Auch die schreibreformierenden Kultusminister waren Gutmenschen oder krochen vor ihren Ideologen zu Kreuze. Heiner Geißler als „Fortschrittlicher“ ließ umgehend seine Bücher reformiert erscheinen.
Jetzt hat er sich im Tagesspiegel wieder von seiner gutmenschlichen Seite gezeigt. Die Siegessäule in Berlin nennt er „das dümmste Monument der Republik“. Vielleicht sollte er auch den Franzosen empfehlen, den weitaus aufwendigeren Arc de Triomphe abzutragen oder gar selbst den jetzt „demokratischen“ Ägyptern helfen, die Wandreliefs Ramses des III. in Medinet Habu weiter abzumeißeln, um das begonnene Werk der frühen Christen fortzusetzen.
Er kritisiert zwar zu Recht, daß in »Berlin keine Straße nach dem ersten Reichsfinanzminister der Weimarer Republik, Matthias Erzberger [katholische Zentrums-Partei], benannt wird … während es ja an Kaiser-Wilhelm- und Hindenburg-Plätzen und -Straßen keinen Mangel hat.«
Er sucht und findet aber im linksten aller ehemals westlichen Bundesländer – wiederum gutmenschlich – die Ursache absurderweise nur rechts:
Rechtskonservatives und deutschnationales Gedankengut ist offensichtlich nicht auf Glatzköpfe und NPD-Funktionäre beschränkt, sondern breitet sich ungestört auch in städtischen Ämtern und Parlamenten aus.
Schließlich beanstandet Geißler den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses – eine klammheimliche Rechtfertigung des kommunistischen Sprengmeisters Walter Ulbricht.
Sie befürwortet auch die Wiedererrichtung des architektonisch mittelmäßigen Hohenzollernschlosses zu einem Kostenpunkt von einer halben Milliarde Euro, während Opernhäusern, Orchestern und Museen in der ganzen Republik, vor allem in Berlin, Geld und Stellen gestrichen werden.
Ein Urteil über die architektonische Qualität steht Geißler nun wirklich nicht zu. Dagegen hat man von ihm – abgesehen von einer Unterschrift – nie Kritik an der anerkannt minderwertigen, überflüssigen und weitaus kostspieligeren Rechtschreibreform gehört.
Französischer Senatspräsident gegen Armenier-Gesetz
In einem Interview sagte Jean-Pierre Bel, das ihm die Diskussionen leid tun würden...
In dem Interview sagte der französische Senatspräsident, das er die Türkei aufrichtig respektiere und man die Türkei als Partner brauche. Deswegen würden ihm die Diskussionen um den Armenier Gesetzentwurf sehr Leid tun.
Natürlich sind wir unbegrenzt nachsichtig gegenüber Nichtmuttersprachlern. Wir erinnern nur daran, daß auch deren Lernerleichterung eins Argumente für die „Reform“ war. Aber wie sollen die ein besseres Deutsch lernen, wenn dies noch nicht einmal die Kultusminister und ihre Reformer beherrschten – ganz zu schweigen von der devoten Presse-Maffia, die jeden Humbug pflichteifrigst mitgemacht und den Lesern aufgedrängt hat.
NB. „Völkermord“ und „Leugnung von Völkermord“ sind juristisch denkbar ungeeignete Begriffe. In der Vergangenheit sind zahlreiche kleine Völkerschaften, besonders in den von Europäern kolonisierten Gebieten, oft bis zum spurlosen Verschwinden ausgerottet worden, ohne daß die Allgemeinheit die Leugnung für strafwürdig hielte. Dagegen fallen die selektiv organisierten ideologischen und religiösen Massenmorde der Vergangenheit zur Genugtuung ihrer Befürworter fast ausnahmslos durch den Raster.
Islamisten … verurteilt
… Die Beiden Angeklagten hatten zudem vor, den Karikaturisten Kurt Westergaard umzubringen. … Die Richter sahen es als erwiesen an, daß die Beiden 2010 das Redaktionsgebäude in die Luft sprengen und den Karikaturisten Kurt Westergaard töten wollten … JF 31.1.12
Die neue Unsicherheit auch bei konventionellen Schreibern.
In der aktuellen „jungen Welt“ steht ein aufschlußreicher Artikel zu einem bekannten Staatsorgan (in bewährter Rechtschreibung) – daraus nur ein Zitat:
Meine Akte 50 Jahre vom Geheimdienst überwacht: Das Amt führt Kalten Krieg gegen das Grundgesetz Von Wolfgang Gehrcke
… Auf meine Argumentation, daß Staatsakten in der Regel für 30 Jahre gesperrt sind und dann öffentlich werden und zumindest für meine Akte das auch gelten müsse, ich also bis 1980 die Akte einsehen können sollte, antwortete der Richter: »Sie sind Abgeordneter, ändern Sie doch die Gesetze.«
So etwas ähnliches haben wir als Mitstreiter der Bürgerinitiative gegen die Rechtschreibreform auch des öfteren von Amtsträgern hören müssen. Nun – wir haben die Gesetze durch die Volksabstimmung geändert. Doch nach wenigen Monaten wurde das vom Volke Beschlossene wieder annulliert – durch den bekannten Parteienklüngel, ohne vom Volk dazu ermächtigt worden zu sein: Real existierende „Demokratie“.
Kürzlich hier erwähnt: Für ein Rechtschreibseminar warb die Vorsitzende des Stenographenvereins Langen, in dem endlich die „seit Langem“ offene Frage nach dem Warum der „Reform“ geklärt werden sollte: „Die Rechtschreibreform hat jede Menge Positives zu bieten! Unser Seminar erklärt Ihnen leicht verständlich, warum die einzelnen Änderungen erfolgt sind:“
Bernhard Strowitzki hat bei der FDS eine treffende Kurzantwort gegeben, die alle Seminargebühren ersparen kann:
Um zu erfahren, "warum die einzelnen Änderungen erfolgt sind", brauchen wir allerdings kein Seminar.
Die Heysesche ss-Schreibung wurde wiedereingeführt, damit der gewöhnliche Sprachverbraucher überhaupt einen Unterschied merkt, nachdem die Substantivkleinschreibung gekippt wurde;
die vermehrte Großschreibung ("im Allgemeinen", "morgen Früh") ist ebenfalls ein Reflex auf das Scheitern der Kleinschreibung;
die Volksetymologien ("Tollpatsch", "Quäntchen") wurden verordnet, damit Herr Augst sein Steckenpferd reiten kann;
die sonstigen ä-Schreibungen ("Gämse", "schnäuzen") sind der vergebliche (und aussichtslose) Versuch einer etymologischen Regularisierung;
die Getrennt- und Zusammenschreibung ("zurzeit", "vonseiten", "in Sonderheit", "heilig sprechen") soll möglichst große Verwirrung stiften und damit den Eindruck gewichtiger Veränderungen hervorrufen;
die Trennungsregeln ("Kilimand-scharo", "Prob-lem") sollen denen einen auf den Deckel geben, die wissen, wie ein Wort zusammengesetzt ist;
die Dreifachkonsonanten ("Schifffahrt", "Dämmmaterial") sind umgekehrt durchgeknallte Pedanterie;
und bei manchen Einzelentscheidungen wie der Nichttrennung von ck oder den Kommaregeln wissen die Reformatoren wohl selbst nicht mehr, wie sie eigentlich zustandekamen, weswegen allerlei alberne Begründungen nachgeschoben werden (ck als einheitlicher Laut wie ch).
Aber das ist sicher nicht das, was man auf dem Seminar zu hören bekommt.
Verfassungsschutz aufgepasst! Die ARD lässt Menschen zu Wort kommen, die die Abschaffung des Geheimdienstes fordern ¹). Hat Günther Jauch eigentlich schon eine Akte beim Bundesamt? Nein? Dann wird es Zeit. Und nicht nur für ihn.
Sehr geehrter Verfassungsschutz,
es tut uns leid, aber Sie müssen jetzt handeln. Dringend. …
Als Ersten [Mann im BfV?] müssen Sie sich leider Ihren ehemaligen Chef Peter Frisch vornehmen. Als Ex-Präsident des Amtes hat er es fertiggebracht, Dienstgeheimnisse zu verraten. Er wollte das gar nicht. Er hatte wirklich im Rahmen seiner Möglichkeiten redlich versucht, sich schützend vor Sie zu stellen. Er hat verraten, dass Sie ein "politischer Geheimdienst" sind, also vom Dienstherrn aus der Politik gesteuert.
Er erklärte außerdem, wie einer der rechtsradikalen Mörder Sie zu einem Bombenversteck führte und Sie dann erstaunt feststellen mussten, als Sie ihn dann doch noch verhaften lassen wollten, "dass er sich in sein Auto gesetzt hat und weggefahren ist". Dumm gelaufen, das…
Tja, und Frau Vera Lengsfeld, da müssen Sie jetzt ganz vorsichtig sein. Die Frau wurde von ihrem eigenen Mann in der DDR bespitzelt und ist sehr erfahren. … Sie ist so schlau zu glauben, dass von der rechten Szene wohl nicht mehr viel übrig bliebe, wenn man alle Verfassungsschutz-Leute dort abzöge. Das war Verrat von Staatsgeheimnissen….
Ach ja, der Dietmar Bartsch, Fraktionsvize der Linken und Möchtegern-Vorsitzender … Erst nannte er den Frisch Fritsch, was eine spöttische Verniedlichung sein sollte. Dann verwechselte er die "Opfer des Stalinismus" mit den "Opfern des Faschismus", was keinem aufgefallen ist, aber für einen aufrechten Linken eigentlich katastrophal….
Bleibt noch Heribert Prantl von der "Süddeutschen Zeitung". Wir sagen das ungern als Konkurrenzblatt: Aber der hat so viel Kluges gesagt, dass seine Aussagen ab Morgen Pflichtlektüre bei Ihnen sein sollten: "Das Verfassungsgericht ist der eigentliche Verfassungsschützer." "Die Endredaktion des Verfassungsschutzes ist beim Innenminister." "Das Amt braucht eine Reform an Haupt und Gliedern." "Der Verfassungsschutz ist ein Kind des Kalten Krieges." "Der Kapitalismus ist nicht vom Grundgesetz geschützt, sonst müssten sie auch den Papst beobachten." "Wenn der Verfassungsschutz nichts gewusst hat von den rechtsextremen Mördern, ist er überflüssig, wenn er es geahnt hat, aber nichts getan, dann ist er gefährlich."
¹) [Die Welt:] Die meisten Fernsehzuschauer dürften zu diesem Zeitpunkt allerdings schon ausgeschaltet haben – und die auf Bartsch angesetzten Spitzel können einem Leid tun, wenn sie sich diese Sendung als Dienstpflicht ansehen mussten. welt.de 30.1.12
… war weder demokratischer noch ehrlicher als die der CDU und FDP.
Als Beobachter im Kosovo
Henning Hensch aus Lütjenburg … war Polizist. … Am 29. Januar 1999 wurde Hensch auf einen Hof in Rugovo gerufen. Er war als Beobachter der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) im Kosovo. Dort gab es Positionskämpfe zwischen den Rebellen der UCK und serbischen Einheiten.
Rudolf Scharping allerdings führte die Bilder aus Rugovo drei Monate nach dem Ereignis vor, und zwar vor allem als Beweis für ein Massaker an der Zivilbevölkerung. Die Bilder aus Rugovo schienen zu zeigen, was die deutsche Öffentlichkeit dringend brauchte: Sie erbrachten den Beweis dafür, dass die Nato-Luftschläge gegen die Serben unbedingt sein müssten. Es soll auch Bilder gegeben haben, die Rudolf Scharping nicht zeigte …
Die Bilder, die Rudolf Scharping zeigte, waren entstanden, nachdem die Ermittlungen auf dem Hof abgeschlossen waren und serbische Polizisten die Leichen zusammengetragen hatten. Obwohl ein Kamerateam und auch Pressefotografen auf dem Hof waren, sagte Rudolf Scharping drei Monate später, ein deutscher Oberleutnant habe diese Fotos heimlich gemacht und nach Deutschland gebracht. …
Zur gleichen Zeit setzten die SPD-Politiker Schily und Thierse die „Rechtschreibreform“ im Bund durch – gegen den bekannten Volksentscheid, den die schleswig-holsteinische SPD Regierung unter Heide Simonis auszutricksen versucht hatte und den sie dann mit Hilfe der CDU am 17.9.1999 zu Fall brachte.
P.S. Eine Bekannte von uns verlor im Kosovo ihren Ehemann. Sein Einsatz war rechtlich so wenig abgesichert, daß sie weder Rente noch Entschädigung zu erwarten hatte.
Große Werbetrommel in den Medien für ein Buch der Sprachforscherin Heike Wiese über das „Kiez-Deutsch“ der Multikulti-Jugendlichen in den Ballungszentren:
Doch wie entstand der Slang? Vor allem, indem junge Menschen mit einer breiten Sprachkompetenz [?] in deutschen Städten zusammen kamen, wie Wiese sagt …
Wiese stellt sich auf erboste Reaktionen ein - denn der Jugendslang ist ein hochemotionales Thema. Immer, wenn über ihr Thema etwas in den Medien erscheint, häufen sich Beschimpfungen von Kritikern, die die Reinheit der Sprache gefährdet sehen. Einmal habe jemand gar gedroht, ihre beiden kleinen Töchter zu vergewaltigen, erzählt Wiese und wirkt dabei erschreckenderweise fast schon so, als sei das bereits Routine.
Der Spiegel, der den gleichen Text verwendet, entschärft den verkaufsfördenden Vorwurf:
Immer, wenn darüber etwas in den Medien erscheint, wird sie von Kritikern beschimpft, die die Reinheit der Sprache gefährdet sehen. Einmal habe jemand sogar gedroht, ihre beiden kleinen Töchter etwas anzutun, sagt Wiese.
Beim Google-News-Hinweis „derwesten.de” wird – neben einem „Duden“-Werbebildchen – die Entfernung des Artikels gemeldet.:
Sprache: Yallah! Kiezdeutsch breitet sich in den Städten aus
Derwesten.de - vor 23 Stunden
Einmal habe jemand gar gedroht, ihre beiden kleinen Töchter zu vergewaltigen, erzählt Wiese …
Kritisch dagegen ist die Junge Freiheit (in bewährter Rechtschreibung).
... für die Nötigung zu „politisch korrekter" Sprache ...
... wenn die Antisemitismus-Überwachungsorganisation „B’nai B’rith Anti-Defamation Commission“ – wie im Januar 2007 geschehen – darauf aufmerksam macht, dass die Bier-Werbung der Firma Beck’s, die auf das „deutsche Reinheitsgebot“ hinweist, äußerst taktlos sei. Sie werden mir vermutlich Recht geben, dass diese Bier-Werbung mit den NS-Rassegesetzen und der NS-Judenverfolgung nichts zu tun hat.
Sicherheitshalber schlug ich bei Wikipedia nach: Der Zitator, Sohn des berühmten Geigers Jehudi Menuhin, wurde wegen „rechtsextremistischer“ Äußerungen aus dem Vorstand der Menuhin-Stiftung gedrängt.
Ich vermute, daß G. Menuhin gar kein „Rechtsextremist“, sondern Antizionist ist, aber zum „Antisemiten“ aufgebaut werden soll, bei einem Juden besonders grotesk. Auch die LINKE wurde kürzlich mit dieser Begriffsverfälschung angegriffen, siehe die heutige „jungeWelt.de“ (in richtiger Rechtschreibung).
Ein Schulgebet empört in den USA eine ganze Stadt: Das fromme Sprüchlein hängt als Banner in der Aula und gehört dort nicht hin, entschied ein Gericht. Die Schülerin, die das Gebet abdecken ließ, gilt einigen Gläubigen jetzt als meist gehasste Person im Bundesstaat Rhode Island. … Ein Bezirksgericht entschied nun Mitte Januar und gab Jessica recht. Das Gebet habe in der Schule nichts zu suchen, es sei verfassungswidrig, urteilten die Richter. spiegel.de 27.1.2012
In einem Vortrag beschreibt der Neurobiologe Dr.Dr. Gerhard Roth, daß scheinbar einsichtvollen Nachahmungen bei den meisten höheren Tieren die Einsicht fehlt. Meisen, die in England Milchflaschen aufpicken oder japanische Makaken-Affen, die Kartoffeln waschen, begreifen nicht, was sie tun.
Nur Menschenaffen und Menschen zeigen hier verbesserte Denkleistungen. Ein Beispiel aus einer anderen Veröffentlichung: Ein Schimpanse wurde trainiert, eine Tür mit hochliegendem Schlüsselloch aufzuschließen und dazu einen Stuhl zu Hilfe zu nehmen. Doch nach einiger Zeit wurde das Schloß ausgetauscht. Der Affe dachte über die Ursache seiner Mißerfolge nach – und wechselte den Stuhl aus.
Auf diesem intellektuellen Niveau handelten auch die Kultusminister, als sie, statt die Lehrmethoden zu verbessern, große Teile der Rechtschreibung auswechselten. Bekanntlich war das nicht der Schlüssel zum leichteren Schreibenlernen.
… wird wieder durchs Dorf getrieben –
gegen die „Heilige Kuh“ Substantivgroßschreibung.
"FETZENLITERATUR"
SMS, Facebook und die Mär von der falschen Rechtschreibung
Neue Medien beeinflussen Rechtschreibung nicht - Jugendliche machen in der Schule nicht dieselben Fehler wie in SMS
…. Die "Fetzenliteratur" auf Twitter und in SMS bedroht nach Ansicht von Hans Zehetmair die Sprachkompetenz junger Leute …
So simpel ist es nicht. Grundsätzlich falsch sei die These deshalb, weil Twitter vor allem von Erwachsenen und nicht von Jugendlichen genutzt werde, sagt Christa Dürscheid von der Universität Zürich, die sich vor allem mit neuen Medien und deren Auswirkungen auf die deutsche Sprache beschäftigt. "…
Rechtschreibleistungen sinken
Das beweist allerdings noch nicht, dass die Rechtschreibkenntnisse generell nicht doch abnehmen. Laut Reinhard Kargl, Leiter des Lese- und Rechtschreibinstitutes in Graz, gibt es Studien, denen zufolge Testpersonen heute schlechter rechtschreiben als in den 1970er-Jahren. "Während die Intelligenz meist um ein paar Prozentpunkte steigt, sinken die Leistungen in der Rechtschreibung", so Kargl. Ein Grund dafür könne sein, dass in Schulen manchmal die Rechtschreibung nicht mehr so wichtig genommen werde...
Zu wenig Zeit in der Schule
Ein Faktor, der bei schlechten Rechtschreibkenntnissen mitspiele, sei auch, dass weniger Zeit darauf verwendet werde, die Grundfertigkeiten abzusichern. Zudem seien die Anforderungen an die Schüler beim Lesen und Schreiben stark gestiegen. "Im beruflichen Umfeld ist es heutzutage so, dass jeder mit Lesen und Schreiben konfrontiert wird", sagt Kargl …
"Heilige Kuh" Groß- und Kleinschreibung
Lösen könnte man das Problem vieler Rechtschreibfehler möglicherweise durch eine Vereinfachung der Regeln. Christa Dürscheid von der Universität Zürich dazu: "Ein Argument dafür wäre, dass die Kinder, die die Rechtschreibung lernen, es dann viel einfacher haben." Sie glaubt aber nicht daran, dass "in den nächsten 50 Jahren" an der Groß- und Kleinschreibung gerüttelt wird. "Das ist eine heilige Kuh", so Dürscheid.
"Es wäre eben viel einfacher, wenn man alle Substantive kleinschreiben würde. Aber wir Alt-Schreiber haben diese Regeln verinnerlicht, da sind wir alle sehr konservativ. Das Schreiben ist eine Art der Identität. Das hat man gelernt, da möchte man die Rechtschreibung in dieser Art und Weise bewahren", erklärt sie die tiefe Abwehr gegen Änderungen der Rechtschreibregeln.
Rechtschreibung als Statussymbol
Dass die Rechtschreibung und deren Reform auch an Stammtischen und in Internetforen heftig diskutiert werden, erklärt die Sprachwissenschaftlerin auch damit, dass Rechtschreibung für viele ein Ausdruck von Bildung ist. "Wer viele Schreibfehler macht, hat eine mangelnde Bildung" - das sei eine Korrelation, die oft gemacht werde. Kargl erklärt die ablehnende Haltung gegenüber Rechtschreibreformen ebenfalls damit, dass sie ein "Bildungsstatussymbol" sei: "Ob ich ein exzellenter Mathematiker bin oder ein sehr gutes Fachwissen habe, zeigt sich erst auf den zweiten Blick." (Lisa Aigner, derStandard.at, 26.1.2012)
Buch zur Studie:
Christa Dürscheid, Franc Wagner, Sarah Brommer (2010): Wie Jugendliche schreiben. Schreibkompetenz und neue Medien