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Kirchen und Religion
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Sigmar Salzburg
26.10.2012 10.01
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Religiöser Verhüllungs- und Enthäutungsfanatismus

Der humanistische Pressedienst bringt einen Hinweis:

Externe Presse

tagesspiegel.de 26.10.2012 • Nr. 14215

Bundesverwaltungsgericht entscheidet über „Burkini“
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird erstmalig darüber entscheiden müssen, ob das Tragen eines „Burkinis“ im schulischen Unterricht zumutbar ist.
[…]
Islamische Verbände warnen jetzt schon davor, dass das Bundesverwaltungsgericht im Sinne des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes entscheidet und verlangen einen generell nach Geschlechtern getrennten Schwimmunterricht (wie er z.T. in Berlin praktiziert wird). Denn „da geht es um die Bedürfnissen pubertierender Kinder, sich nicht beobachtet oder beschämt zu sehen.“ [Anmerkung: Das sagen die gleichen Verbände, denen das Schamgefühl von Knaben, die beschnitten werden, gleichgültig ist.]

» Weiterlesen im Originalartikel...

Daß wir mit solchen Auseinandersetzungen belästigt werden, ist äußerst ärgerlich. Derlei hätte schon beim Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft ausgeschlossen werden müssen. Wieder einmal haben die Politiker versagt:

„… Insofern war es ein Fehler, daß wir zu Beginn der 60er Jahre Gastarbeiter aus fremden Kulturen ins Land holten.“ (Helmut Schmidt im Hamburger Abendblatt, 24. 11. 2004)

Allerdings grenzte auch bei uns bis vor kurzem die Schamdressur ans Lächerliche. Meine (katholische) Schwiegermutter durfte als Kleinkind mit ihrer Schwester zusammen nur mit einem Hemd bekleidet in die Badewanne. Und in unserem schlesischen Dorf gab es einen Zwergenaufstand, als unsere Mutter uns zwei Kinder nackt im eigenen Teich baden ließ – der von der Straße her nicht einmal einsehbar war.

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Sigmar Salzburg
16.10.2012 19.01
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Gegenpapst – dank der ‚Rechtschreibreform‘

Fehlerbehebung für den Unfehlbaren
Postbeamter korrigiert Papst-Schriften

Seine große Leidenschaft für die deutsche Sprache verhilft einem Postbeamten aus Regensburg zu einer unverhofften Karriere. Der Postobersekretär ohne akademischen Abschluss berichtigt Rechtschreibfehler in den Schriften des Heiligen Vaters.


[Bild]
Im Gegensatz zum Papst hält sich Christian Stang nicht für unfehlbar.

Er hat kein Abitur, Christian Stang ist Postobersekretär. Die Leidenschaft für Rechtschreibung und Grammatik macht ihn dennoch zu einem angesehenen Experten der deutschen Sprache...

Selbst der Heilige Vater nimmt den Rat des 37-Jährigen in Anspruch. Er korrigiert für das Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg die Gesammelten Schriften des Theologen, Kardinals und Papstes Joseph Ratzinger, der viele Jahre in der Domstadt als Theologie-Professor gelehrt hatte. Seitdem nennen manche Medien Stang gar den „Rechtschreibpapst“. Er selbst hört das gar nicht gerne. „Schließlich bedeutet Papst für mich Unfehlbarkeit, und unfehlbar bin ich nicht.“
[…]

Karriere dank Rechtschreibreform

... Mit 18 Jahren entdeckt er in einem Rechtschreib-Ratgeber mehrere Fehler und schreibt an den Verlag. Dieser reagiert keineswegs pikiert, sondern bietet Stang an, bei einer Neuauflage mitzuarbeiten. Die Rechtschreibreform 1996 wird für ihn zum Glücksfall. Seitdem steht sein Name in etwa 30 Regelbüchern zur deutschen Sprache.

Normalerweise ist ein akademischer Abschluss für die redaktionelle Arbeit beim Dudenverlag Voraussetzung – nicht so beim Postbeamten Stang. „Wichtig ist die Qualität der Arbeit“, sagt der Redaktionsleiter beim Duden-Verlag in Mannheim, Werner Scholze-Stubenrecht. Stang habe eine besondere Gabe, die nicht unbedingt an der Universität gelehrt werde. „Er kann komplexe Sachverhalte sehr vereinfacht und verständlich darstellen“, erläutert Scholze-Stubenrecht.

2011 hat Stang für seine Verdienste um die Pflege und den Erhalt der deutschen Sprache die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Nicht minder stolz ist er aber auf ein Dankesschreiben von Papst Benedikt XVI. „Ich habe dem Heiligen Vater vor Jahren ein Deutsch-Italienisches Taschenwörterbuch geschenkt, weil ich dachte, er könnte es gebrauchen.“ Und in der Tat: In dem Dankesbrief betont Benedikt XVI., dass er bei der Vorbereitung von Texten immer wieder einen Blick in das Buch wirft.

n-tv.de 16.10.2012

Korrigiert er auch den Papst selbst auf „alt“ oder bearbeitet er nur für die Bischofskonferenz die Textfälschungen?

Nachtrag am 18.10.:

Mit dem n-tv-dpa- Bericht soll beim flüchtigen Leser der Eindruck erweckt werden: Der Papst bedankt sich gerührt beim genialsten Mitarbeiter des Duden-Verlages dafür, daß dieser ihm bei der Korrektur seiner fehlerhaften Rechtschreibung behilflich ist.

Tatsächlich aber geht es um folgendes:

Die deutsche Bischofskonferenz entblödet sich nicht, das gesamte Lebenswerk Josef Ratzingers in die von den sechzehn Kulturbanausen durch Schülergeiselnahme erpreßte Reformschreibung umzufälschen – aus Angst, der hochtheologische Text könnte unmodern aussehen oder gar in den Schulen nicht gelesen werden dürfen. Dazu mußten die Bischöfe außer acht lassen, daß das Bundesverfassungsgericht, um sein parteiisches Versagen zu vertuschen, zu seinem bekannten Urteil noch 1999 nachgeschoben hatte, daß bei Verwendung der herkömmlichen Rechtschreibung „Nachteile … nicht zu besorgen“ seien. Die Amtskirche hechelt bekanntlich seit langem allen Modernismen nach, um damit den altertümlichen Kern ihrer Verkündigung vergessen zu machen. Vermutlich hat man sich dazu an den Dudenverlag gewandt, der werbeträchtig seinen emsigsten freien Mitarbeiter empfohlen hat, um diese nichtnutzige Arbeit zu unterstützen. Da dieser schon früher den Papst in andrer Sache belemmert hatte, kann nun das damalige formelle Dankschreiben präsentiert werden, als handle es sich auch um einen Dank für die Mitarbeit an der reformierenden Textverfälschung.


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Sigmar Salzburg
26.09.2012 19.09
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Die Verfilzung von Staat und Kirche

Gerade erhalte ich einen Hinweis zu einem heutigen Urteil:

Ein schönes Beispiel für mediale Falschberichterstattung

Man konnte heute u.a bei SPON und der Süddeutschen lesen, dass der Kirchensteuerrebell Hartmut Zapp mit einer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert sei.
Wenn man dann die Pressemitteilung des BVerwG liest, staunt man nicht schlecht, denn das Bundesverwaltungsgericht hat auf die Revision des Beigeladenen, also des besagten Hartmut Zapp, das die Klage abweisende Urteil des Verwaltungsgerichts wiederhergestellt.…

(Der Fall wurde hier schon mehrfach angesprochen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Deutsche Bischofskonferenz noch Verfahrensänderungen vorgenommen, um das Urteil zu beeinflussen.)

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Sigmar Salzburg
25.09.2012 13.08
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Der Klügere gibt nach

Religionen Respekt? Wovor denn?

Respekt vor religiösen Gefühlen!, heißt es allenthalben. Michael Schmidt-Salomon [Schriftsteller, Philosoph, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung] hält es für falsch, auf die Befindlichkeiten von Gläubigen groß Rücksicht zu nehmen.

Es wirkt wie ein bedingter Reflex: Kaum gehen religiöse Fanatiker auf die Barrikaden, sind westliche Politiker und Journalisten zur Stelle, um Respekt für religiöse Gefühle einzufordern. So war es vor sechs Jahren im Zuge des Karikaturenstreits, so ist es heute bei den Protesten gegen das trashige YouTube-Filmchen Die Unschuld der Muslime.

Im ersten Moment mag die Forderung sogar vernünftig erscheinen: Denn wäre es nicht schön, wenn wir alle etwas respektvoller miteinander umgehen würden?

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass diese so freundlich wirkende Haltung diametral gegen die Streitkultur der Aufklärung verstößt, auf der der moderne Rechtsstaat gründet. „Mehr Respekt bitte!“ ist ein Totschlagargument, das jede vernünftige Debatte zum Erliegen bringt…

Nein, hinter solchem Respekt verbirgt sich meist bloß Ignoranz beziehungsweise Feigheit, die sprichwörtlich geworden ist: Der Klügere gibt nach – was der Dummheit schon häufig zum Sieg verholfen hat…

Zeit.de 21.9.2012

„Der Klügere gibt nach” – diese Dummheit hat auch der Dummheit „Rechtschreibreform“ zum Durchbruch verholfen. Es gab eben immer „Wichtigeres“.

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Sigmar Salzburg
19.09.2012 17.35
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Der Papst für eine Welt ohne Gräuel

Gebet des Angelus Domini (16. September 2012)

Liebe Brüder und Schwestern, wenden wir uns jetzt an Maria, Unsere Liebe Frau vom Libanon, um die sich die Christen und die Muslime wieder finden. … Leider ist das Dröhnen der Waffen weiter zu hören wie auch das Schreien der Witwen und Waisen! Die Gewalt und der Haß überfallen das Leben, und die Frauen und Kinder sind die ersten Opfer. Warum so viele Greuel?

vatican.va 16.9.2012

Wer die Geduld aufbringt, mindestens zwölf theologische Ansprachen in anständiger deutscher Rechtschreibung zu lesen, findet sie hier als Ergebnis der Papstreise in den Libanon.

Allerdings wühlen auch im Vatikan schon die Reformaulwürfe im Untergrund, wenn der Chef mal nicht dabei ist.

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Sigmar Salzburg
09.09.2012 10.35
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‚Der Herr hilft unserer Schwachheit auf‘

Mehr Religion wagen

Glaubensfragen auch jenseits des Religionsunterrichts: Eine neue kirchliche Grundschule in Osnabrück will christliche, muslimische und jüdische Kinder in ihrer religiösen Identität stärken und das Miteinander fördern…

Die Idee bestehe darin, die eigene religiöse Identität zu stärken, der Religionsunterricht wird getrennt gegeben. Aber die Schüler sollen lernen, mit Anhängern anderer Religionen dialogfähig zu bleiben …

Die Schule ist allerdings auch umstritten in der Stadt. Sie wird eingerichtet in den Räumen einer katholischen Bekenntnisschule in der Osnabrücker Innenstadt. Diese läuft in den nächsten Jahren aus, weil es zu wenige Anmeldungen von Katholiken gibt.

Von der alten Schule wollte kein einziger Lehrer zur Drei-Religionen-Schule wechseln, sie fürchten, die neue Schule betreibe mehr Segregation als Integration. Auch die örtliche Politik fremdelt teils heftig mit dem Konzept. Eine knappe Mehrheit im Stadtrat machte den Weg frei. Sozialdemokraten und Teile der Grünen lehnen sie ab …

spiegel.de 9.9.2012

Nachdem die Konkurrenz-Religionen über tausend Jahre lang verketzert wurden, sind sie nun unseren Reform- und Missionspolitikern als religiöse Blutspender für den immer blutärmer werdenden christlichen Glauben willkommen. Als Integrationsprojekt ist sogar die Zustimmung religionsferner Multikulturenthusiasten sicher.

Wie aber soll eine kindliche religiöse „Dialogfähigkeit“ anders eingeübt werden, als durch das Gegeneinanderstellen eindressierter Glaubenssätze, wobei das naheliegende natürliche Hinterfragen des Eingelernten zugleich unterbunden werden muß. Letztlich kann also dadurch nur das unbestimmte Gefühl erzeugt werden, daß jeder bestimmten, nie infragezustellenden Vorstellungen und Riten zu folgen hat und daß die äußere areligiöse Welt, die das nicht tut, verachtenswert ist – weshalb man mit ihr auch keinen Dialog zu pflegen braucht.

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Sigmar Salzburg
07.09.2012 16.10
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Streit um die religiöse Beschneidung

Vermeintliche Barbaren

Jesus und Albert Einstein fehlte sie, Bob Dylan und Prinz Charles haben sie nicht: die männliche Vorhaut. Ein Drittel aller Männer weltweit sind beschnitten, darunter auch die Mehrheit der christlichen Amerikaner.

sueddeutsche.de 30.8.2012

Durch die Nennung der Namen berühmter Männer und der Unzahl christlicher Amerikaner soll wohl einer Duldung des atavistischen Rituals eine größere Zustimmung verschafft werden. Die vier Genannten wurden aber als Kind nicht um ihre Einwilligung gebeten, und was sie später darüber dachten, dürfte wohl kaum bekannt sein.

Nur bei Albert Einstein, dem größten Geist unter ihnen, kann man es vermuten:


„Es ist mir überhaupt sehr unsympathisch, daß meine Kinder einen [Religions-]Unterricht erhalten sollen, der meinem wissenschaftlichen Denken fremd ist.“ (1903)

„Einen Gott, der die Objekte seines Schaffens belohnt und bestraft [und Beschneidungen vorschreibt], der überhaupt einen Willen hat nach Art desjenigen, den wir an uns selbst erleben, kann ich mir nicht einbilden.“ (1930)

„It seems to me that the idea of a personal God is an anthropomorphic concept which I cannot take seriously.“ (1947)

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Sigmar Salzburg
05.09.2012 08.01
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Eine Predigt offenbart den Schreibreform-Humbug

HEILIGE MESSE ZUM ABSCHLUSS DER BEGEGNUNG MIT DEM
„RATZINGER-SCHÜLERKREIS“

PREDIGT VON PAPST BENEDIKT XVI.
Mariapoli-Zentrum, Castel Gandolfo
Sonntag, 2. September 2012


… Bitten wir Ihn, daß Er mit Macht in unsere Seelen eintritt, daß Er da ist in uns und durch uns – und daß somit auch in uns die Freude entstehe: Gott ist da, und er liebt mich, er ist unser Heil! Amen.

vatican.va 2.9.2012

Die Predigt enthält 1541 Wörter. 41mal kommt das reformprekäre „ß“ vor. Davon müßten 30 aufgrund der „Reform“ durch „ss“ ersetzt werden. In 24 Fällen handelt es sich aber um die schönen „daß“, deren Abschaffung nichts erleichtert, die jedoch nach Einschätzung des Korrektors Wolfgang Wrase die Fehlerträchtigkeit um das Zehnfache steigert.

In dieser Predigt ist der einzige nicht-ss-bedingte Reformfall ein „soviel“, das gegen jede Intuition nun getrennt geschrieben werden soll.

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Sigmar Salzburg
01.09.2012 11.03
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Vergleiche

Silvan Schalom: Beschneidungsverbot heißt „Juden raus“

[Die Google-Anzeigenautomatik schaltet geschäftstüchtig ein:]

Google-Anzeigen
Wohnsitznahme im Ausland Was Sie wissen müssen, wenn Sie Ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen
schutzgemeinschaft-ev.pblo.de


Juden könnten nicht ohne diese für ihre Identität elementare Praxis leben...

„Ein Verbot der Beschneidung stellt die Existenz der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland infrage“, sagte Pinchas Goldschmidt, der Präsident des Verbandes der Moskauer Rabbiner. „Sollte das Urteil Bestand haben, sehe ich für die Juden in Deutschland keine Zukunft.“

Auch der baden-württembergische Landesrabbiner Netanel Wurmser äußerte sich entsetzt: „Das weckt Erinnerungen an schlimmste Szenarien jüdischer Verfolgung“, sagte er.

focus.de 1.9.2012

Der Druck der Religiösen hält seit dem Kölner Urteil an:

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Graumann … meinte, wenn dem Kölner Urteil nicht so bald wie möglich widersprochen werde, sehe er keine Zukunft mehr für die jüdischen Gemeinden in Deutschland. „Dann müssen wir gehen“, sagte Graumann.

m.faz.net 15.7.2012

… da hätte Hitler also nur die Beschneidung verbieten müssen!

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Sigmar Salzburg
23.08.2012 06.43
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Benedict bleibt unreformiert

Benedict XVI. hat eine Generalaudienz auf Castel Gandolfo abgehalten. Seine Rede an die deutschen Pilger ist, wie üblich, in traditioneller Orthographie verfaßt. Das erkennt man diesmal nur an einem Wort:

„Das Königtum Christi, wir wissen es, ist ganz durchwoben von Demut, Dienen, Liebe und unterscheidet sich so von irdischen Reichen und Machtblöcken. Das gleiche gilt für Maria: Sie ist Königin im Dienst für Gott und für die Menschen.“

Vergleich: Traditionell – „Reform“ – Reform konsequent (=atavistisch)

dasselbe – dasselbe – das Selbe
desselben – desselben – des Selben
das gleiche – das Gleiche – das Gleiche
desgleichen – desgleichen – des Gleichen

Die „Neuregelung“ zeigt optisch die größte Unregelmäßigkeit.

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Sigmar Salzburg
16.08.2012 06.03
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Reformschreibung und Reformkirche

Die „Rechtschreibreform“ verunsichert bekanntermaßen auch beim Lesen unreformierter Texte, weil man nicht mehr sicher sein kann, ob nicht der Schreiber oder das Korrekturprogramm versehentlich aufs falsche Gleis geraten sind. Reformdressierte Leser müssen ebenso auf die schiefe Bahn kommen.

So geschieht es bei dem gerade erwähnten Paulus-Buch von Hyam Maccoby. Der Satz auf Seite 72 kann reformiert in zwei Bedeutungen verstanden werden:


„Der Leichnam eines hingerichteten Verbrechers wurde eine kurze Zeit lang an einem Pfahl aufgehängt, aber dann sollte er abgenommen werden, denn das würde einen Fluch von Gott provozieren…“

Im weiteren Verlauf des Buches zeigt sich, daß der Übersetzer das ursprünglich von den Reformern gänzlich abgeschaffte Wort „Zeitlang“ sehr wohl kennt. Also ist der genannte Satz wohl auch traditionell zu verstehen. Sicher sein kann man aber heutzutage nie.

Eine kleine Abschweifung zum Inhalt des Buches sei noch erlaubt. Eine Frage hat es mir nicht beantwortet: Sind die „Armen“ im Galater-Brief 2,10 nicht vielleicht eine (Selbst-)Bezeichnung für die Jerusalemer Urgemeinde, die sich nach der Zerstörung Jerusalems für die judenchristliche Gruppe der „Ebioniten“ („ebionim“, die Armen) ununterbrochen fortsetzte? Beide Gruppen wurden auch „Nazarener“ genannt, wie noch heute im Arabischen die Christen („nazraniy“). Die Ebioniten zeigten urchristliche Züge, lehnten die Göttlichkeit Christi ab, betrachteten Paulus als Verräter und wurden daher von der paulinischen Kirche verfolgt.

Wer den Galater-Brief ohne christliche Scheuklappen liest, wie ich vor fünfzig Jahren, erkennt leicht, daß die Jerusalemer Urgemeinde unter Jakobus und Petrus (Kephas) den selbsternannten Apostel Paulus für einen fragwürdigen Phantasten hielt, den man von den Juden fernhalten müsse. Da man ihn aber in seinem Missionierungsdrang nicht hindern konnte, fand man die einträgliche Lösung, ihn gegen eine Lizenzgebühr unter den Heiden missionieren zu lassen, wie Paulus andeutet (n. Luther): „… erkandten die gnade / die mir gegeben war / Jacobus vnd Kephas vnd Johannes / die fur seulen angesehen waren / Gaben sie mir vnd Baraba die rechte Hand / vnd wurden mit vns eins / Das wir vnter die Heiden / sie aber vnter die Beschneitung predigeten / Allein das wir der Armen (πτωχων) gedechten / welches ich auch vleissig bin gewesen zu thun.“ (Gal. 2,9-10) Von der Geldübergabe wird an anderen Stellen berichtet.

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Sigmar Salzburg
11.08.2012 16.42
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Der kleine Unterschied

Dem neuen Atheismus entgegentreten
...
Berlin (kathnews/RV). Die Kirchen müssen dem Atheismus nach Auffassung des Berliner evangelischen Altbischofs Wolfgang Huber „auch im Internet und den modernen Medien“ entgegentreten… Es gehöre deswegen zu den Kernaufgaben der Kirche, dass sie die Diskussion mit dem neuen Atheismus führe …

kathnews.de 11.8.2012

Würde Huber heute ebenso wagen zu fordern, man müsse dem Islam entgegentreten?
Nichtspiritistische Weltanschauungen sind eben vogelfrei.

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Sigmar Salzburg
08.08.2012 10.33
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Dreiste Gotteskrieger

EKD-Vorsitzender ruft Drygalla zur Buße auf
BERLIN. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, hat von der deutschen Ruderin Nadja Drygalla eine ernsthaft gemeinte Abkehr vom Rechtsextremismus gefordert. In der Bibel stehe, „wenn ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit umkehrt, so soll´s ihm nicht schaden, daß er gottlos gewesen ist“, sagte Schneider der Welt.

Junge Freiheit 8.8.2012 in traditioneller Rechtschreibung

Die Gleichsetzung von „Gottlosigkeit“ mit Wertelosigkeit und Links- oder Rechtsextremismus ist eine Unverschämtheit. Das erinnert an den ausgestoßenen CDU-Mann Martin Hohmann: Alle Welt hat sich über seine schiefe Gedankenverbindung von Judentum mit Stalins Verbrechen erregt, daß er aber ersatzweise alle „Gottlosen“ für dergleichen verantwortlich gemacht hat, das hat keinen der korrekten Moralwächter gestört.

P.S. Hat sich der Herr überhaupt vergewissert, daß das Mädchen zu seinen Schäfchen zählt oder ob es nicht zu den 80 Prozent Konfessionslosen dieses Bundeslandes gehört. Im letzteren Fall wären seine Worte noch dreister.

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Sigmar Salzburg
27.07.2012 07.30
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Gehört das jetzt zu Deutschland?

Ali Utlu

… Während des Festes wurden wir in ein anderes Zimmer abgeführt, und da waren nur männliche Verwandte. Als die Skalpelle ausgepackt wurden, wurde uns klar, warum die Älteren noch eine halbe Stunde vorher blöde Sprüche gemacht haben wie „gleich ist er ab“. Wir haben uns gewehrt und geschrien, aber sie haben uns beide zu viert festgehalten. Es wurden uns die Hosen heruntergezogen, ein Onkel hat mich dann geschnitten, ohne Betäubung.
Für mich war das der totale Horror und das hat sich bei mir für immer eingebrannt. Auch, dass so viele Menschen zugesehen haben, auch dass das noch gefilmt wurde. Den Film haben mein Bruder und ich später vernichtet. Letztendlich war das wie eine Vergewaltigung für uns, man ist hilflos, wird festgehalten, dann der Schmerz…

siegessaeule.de 26.7.2012

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Sigmar Salzburg
23.07.2012 10.56
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Zum Abstimmungsverhalten der SPD in der Beschneidungsfrage

[Ein kurzer Ausschnitt aus dem hpd-Interview; Hervorhebungen etc. hinzugefügt:]

Nils Opitz-Leifheit, Sprecher der SPD-Laizisten, sprach im hpd-Interview über das Votum seiner Fraktion …

Und welche Motive stecken nun möglicherweise hinter den anderslautenden Voten in der SPD?

Opitz-Leifheit: Ganz besonders haben die Kinder- und Jugendpolitiker der SPD-Fraktion gegen diesen Beschluss gekämpft und natürlich unsere UnterstützerInnen in der Fraktion wie Rolf Schwanitz. Ihnen allen gilt das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit schlicht höher als die Religionsfreiheit und das Erziehungsrecht der Eltern.

Andere, wie Manuela Schwesig, haben sich noch vor wenig Wochen großspurig und medial inszeniert für die Kindergrundrechte eingesetzt, um sie nun mit verschwurbelten Argumenten den Religionstraditionalisten zu opfern. Wie_viel Achtung soll man für solch einen „Einsatz für die Kinder“ eigentlich noch aufbringen? Wolfgang Thierse hat uns in einer plumpen Weise einmal unterstellt, wir wollten das Grundgesetz ändern – obwohl er genau weiß, dass wir eben die grundgesetzlich verbriefte weltanschauliche Neutralität des Staates einfordern. Nun wollen diese großartigen Hüter des Grundgesetzes die wichtigsten Grundrechte der Kinder heiligen Bräuchen opfern. Ganz offenbar werden sie auch versuchen, dazu das Grundgesetz zu ändern, wenn eine einfache Gesetzesänderung dazu nicht ausreicht…

Als Biologe kann ich nur immer wieder staunen, mit welcher körperfeindlichen Verachtung und welchem Unwissen hier viele meinen, Frauen und Priester voran, die Genitalien sachgrundlos irreversibel beschädigen zu müssen. Vielleicht hätten dem und der einen oder anderen in der Schule etwas mehr Biologie und etwas weniger Bibelkunde gut getan.

Bei Frau Merkel wundere ich mich allerdings nicht. Sie wusste bis vor zwei Jahren ja auch noch nicht, dass Atomkraftwerke gefährlich sind. Bei „Komikernation“ fallen mir nicht schreiende Babys und kleine Jungen ein, denen gerade am Penis herum_geschnitten wird, sondern Merkel, Westerwelle, Roth und… ach, lassen wir das.

hpd.de 23.7.2012

Siehe auch faz.net 21.7.2012

NB: Bei der Rechtschreibreform hätten dagegen das Elternrecht, der Wille des Volkes und der Verzicht auf die Geiselnahme der Schüler Vorrang vor den nie nachgewiesenen „Erleichterungen“ haben müssen.

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