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Frankfurter Allgemeine Zeitung, F.A.Z., FAZ, faz.de, faz.net, faznet.de und die Rechtschreibung
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Norbert Lindenthal
15.01.2011 09.20
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Wikipedia verteidigt ihren Geldbedarf … wie ich für diese Seiten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.1.2011

Wikipedia wird zehn

Das demokratisierte Lexikon

Beim Start im Januar 2001 klang das Konzept abenteuerlich. An diesem Samstag aber wird Wikipedia zehn Jahre alt und ist eine der populärsten Internetseiten der Welt. Die Anfälligkeit für Fehler hat den Aufstieg nicht aufgehalten.
Von Roland Lindner und Thiemo Heeg

14. Januar 2011
 
In der Internetbranche herrscht in diesen Tagen wieder einmal Goldgräberstimmung: Das soziale Netzwerk Facebook ist in einer von Goldman Sachs geführten Finanzierungsrunde mit 50 Milliarden Dollar bewertet worden, die Schnäppchenplattform Groupon hat 950 Millionen Dollar von Investoren bekommen. Daneben nehmen sich die Summen, um die es beim Online-Lexikon Wikipedia geht, bescheiden aus.
Wikipedia hat gerade 16 Millionen Dollar von Spendern eingesammelt, um seinen Betrieb in diesem Jahr finanzieren zu können. Das ist das Ergebnis des jährlichen Spendenaufrufs, mit dem sich Wikipedia-Gründer Jimmy Wales in einer Anzeige auf der Seite an seine Nutzergemeinde wendet. Das Geld kommt vor allem durch kleine Beträge von Privatpersonen zusammen, also nicht von professionellen Investoren. Diese überschaubaren Dimensionen spiegeln freilich nicht die gewaltige Bedeutung von Wikipedia wider.

[Bild]
Wikipedia gehört zu den zehn meistbesuchten Internetseiten der Welt – und feiert nun Geburtstag 

Das Online-Lexikon gehört zu den zehn meistbesuchten Internetseiten der Welt. Es hat die Art und Weise revolutioniert, wie Menschen sich Wissen beschaffen und für andere verfügbar machen – und damit klassische Enzyklopädieanbieter wie Brockhaus in eine Existenzkrise gestürzt.

Wikipedia: 270 Sprachen, 17 Millionen Artikel

An diesem Samstag wird Wikipedia zehn Jahre alt. Beim Start im Januar 2001 klang das Konzept zunächst abenteuerlich: Ein Gratis-Lexikon im Internet, das von den Nutzern selbst geschrieben wird. Jimmy Wales hatte sich vorher an einem traditionelleren Lexikonprojekt namens Nupedia versucht, das ebenfalls kostenlos im Internet angeboten wurde, dabei aber auf ausgewiesene Experten zurückgriff. Als er damit nur langsam vorankam, verfolgte er die viel radikalere Idee, den Entstehungsprozess für die Inhalte des Lexikons zu demokratisieren. Jeder, der sich berufen und kompetent fühlt, kann Einträge verfassen und verändern. Ohne jede Entlohnung.

Recht schnell fand sich eine Armee von Freiwilligen, die Wikipedia bestücken – sei es, weil sie das als Dienst an der Gesellschaft verstehen, sei es aus purem Vergnügen oder aus einem Geltungsbedürfnis heraus. Die Zahl der Autoren geht inzwischen in die Millionen, und mit ihr ist Wikipedia rasant gewachsen und hat sich auf der ganzen Welt verbreitet. Heute gibt es Wikipedia in mehr als 270 Sprachen, auf den Seiten finden sich insgesamt 17 Millionen Artikel. Allein in der englischen Version sind es 3,5 Millionen, in der deutschen Fassung 1,2 Millionen.
Der Haken an dem Mitmachprinzip ist freilich, dass Wikipedia dadurch anfällig für Fehler ist. Autoren können aus Unkenntnis, Jux oder auch aus bösem Willen falsche Informationen auf den Seiten plazieren – oder politische und religiöse Ansichten unterbringen. Kontrolliert werden sie nur von anderen Autoren und den Nutzern. Wikipedia hat über die Jahre hinweg immer mehr Mechanismen eingeführt, um dies so gut wie möglich zu verhindern.

Zu jedem Zeitpunkt ist Unfug auf den Seiten zu finden

So wachen etablierte Wikipedia-Nutzer als sogenannte Administratoren über die Inhalte, bei Einträgen zu besonders sensiblen Themen können Änderungen nicht von jedem Nutzer vorgenommen werden. Trotzdem ist es immer wieder zu öffentlichkeitswirksamen Patzern gekommen. Noch in schlechter Erinnerung ist der Fall Karl-Theodor zu Guttenbergs, der nach der Ernennung zum Wirtschaftsminister im Februar 2009 zu seinen zehn richtigen Vornamen noch einen falschen – Wilhelm – angedichtet bekam.
Wikipedia gibt selbst zu, dass man zu jedem Zeitpunkt Unfug auf den Seiten finden kann. Zumindest werden die Zweifel nicht unter den Tisch gekehrt und sogar so öffentlich ausgebreitet, wie es sich kaum ein kommerzieller Anbieter erlauben würde. Ein sehr umfangreicher Artikel des Internet-Lexikons heißt „Kritik an Wikipedia“. In mehr als zwei Dutzend Kapiteln und Unterkapiteln thematisieren die Autoren Probleme wie „zweifelhafte Quellen“, „anonymes Schreiben“ und die „Verzerrung von Inhalten“. Selbst die „männliche Dominanz“ der Verfasser bleibt keineswegs außen vor.

„Wikipedia ist eine der fünf beliebtesten Webseiten“

Fakt ist: Die Verlässlichkeit der virtuellen Enzyklopädie hat sich im Laufe der Jahre immer weiter verbessert. Es gibt Studien, wonach die Seite in der Qualität ihrer Einträge kaum schlechter abschneidet als die von bezahlten Fachautoren verfassten klassischen Nachschlagewerke wie Brockhaus und Encyclopedia Britannica. Entsprechend hat Wikipedia die Anbieter dieser traditionellen Lexika zunehmend in Bedrängnis gebracht. Der herausgebende Verlag des Brockhaus kapitulierte vor zwei Jahren und verkaufte die Marke an eine Sparte des Medienkonzerns Bertelsmann.
Inzwischen ist das Online-Lexikon 93 Prozent der deutschen Internet-Nutzer ein Begriff. Zahlreiche Einträge führen die Listen von Internet-Suchmaschinen an: Wer beispielsweise „Merkel“ oder „Paris“ eingibt, bekommt als erstes die Wikipedia-Seite angezeigt. Die Verantwortlichen sind sich des zunehmendes Einflusses bewusst. Der Geschäftsführer des deutschen Fördervereins der Wikipedia (Wikimedia Deutschland), Pavel Richter, mag zwar kein „Triumphgeheul“ anstimmen: „Mit dem enormen Erfolg kommt natürlich auch enorme Verantwortung.“ Andererseits ist ein gewisser Stolz unüberhörbar, wenn Richter feststellt: „Wikipedia ist eine der fünf beliebtesten Webseiten der Welt; anders als die ersten vier, hinter denen Milliarden-Konzerne stehen, wird Wikipedia durch Spenden finanziert.“

Deutsche Nutzer öffnen bereitwillig ihre Geldbörse

Die Spenden braucht Wikipedia, weil das Online-Lexikon kein gewinnorientiertes Projekt ist und anders als viele andere Internetunternehmen keine Werbung auf seinen Seiten schaltet. Wikipedia gehört der gemeinnützigen Wikimedia-Stiftung, ebenso wie einige andere Seiten, etwa die Zitatesammlung Wikiquotes oder das Online-Wörterbuch Wiktionary.
Wenn Gründer Wales Jahr für Jahr zu Spenden aufruft, öffnen auch die deutschen Nutzer bereitwillig ihre Geldbörse. Innerhalb von zwei Monaten kamen zuletzt mehr als zwei Millionen Euro zusammen. Rund 68.700 Einzelspender (weltweit waren es 500.000) gaben im Schnitt jeweils rund 30 Euro für die „Förderung freien Wissens“, wie die Wikipedianer gerne formulieren. Damit hat sich sowohl die Zahl der Spender wie auch das Spendenergebnis im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Die Hälfte des Geldes geht direkt an die Wikipedia-Betreiberin Wikimedia Foundation. Der Rest fließt in Informations-, Bildungs- und Softwareprojekte hierzulande.

„Wer will, kann sofort Neues schreiben“

Auch wenn Wikipedia mittlerweile zu einer gigantischen Online-Enzyklopädie gewachsen ist, finden sich noch immer Lücken. Jimmy Wales gibt selbst zu, dass Wikipedia nicht in allen Themenbereichen gleich stark ist. Freilich sind das Klagen auf hohem Niveau, betrachtet man die dürren Anfänge des Jahres 2001. Einer der Wikipedianer der ersten Stunde, Kurt Jansson, hat auf seine Homepage eine Kopie der Wikipedia-Homepage vom August des Gründungsjahres gestellt.
Es ist eine graphisch sehr simple und textlastige Internet-Seite, die einem kleinen Katalog mit Kategorien wie „Kultur“, „Politik“, „Wirtschaft“ und „Wissenschaft“ enthält und die mit dem Aufruf startet: „Wer will, kann sofort zu diesen und anderen Themen Neues schreiben.“ Es ist fast ein kleines Wunder, wie viele sich seitdem dazu berufen gefühlt haben.

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Jährlich startet Gründer Jimmy Wales einen Spendenaufruf, um Wikipedia zu finanzieren 

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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Sigmar Salzburg
01.01.2011 09.22
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Die Gegengabe des Vielosofen

Unvermeidlich stolpert man in Buchläden und Rezensionen über Erzeugnisse des „Vielosofen“ Richard D. Precht, angefangen mit „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ Hier eine ältere Besprechung in der FAZ:

„An diesem Punkt lohnt es sich einzuhaken, um nach einem ,Warum?' zu fragen, auf das es bei Luhmann keine Antwort gibt.“ Der Vorwurf ist ein klein wenig ungerecht, weil Luhmann genau nur diese eine Frage, die Frage nach der Unwahrscheinlichkeit der Liebe, behandelt. Und da die referierten Gedanken alle sich ganz zum Anfang des Buches – eher als das Selbstverständliche, von dem Luhmann ausgeht, finden – mag man sich fragen, ob Precht überhaupt weit darin gelesen hat, ein Verdacht, der sich bestätigt, wenn Precht bizarrerweise gegen Luhmann einwendet, dass Bedürfnis nach Sex für viele kein Bedürfnis nach Ganzheitserfahrung ist. Aber schließlich soll es nicht um exakte Widergabe gehen.

faz.net 7.3.2008

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Sigmar Salzburg
06.07.2010 05.59
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FAZ-Blog ohne Blog-Wart

Bildungsdampfgeplauder langweilt mich. Zufällig aber stolperte ich in die „FAZ-Community-Bloggs“ und über die Schreibkünste von klugen Lesern einer Zeitung, die bis vor dreieinhalb Jahren noch eine vorbildliche traditionelle Rechtschreibung gepflegt hat. Danach sind anscheinend viele Schreiber der orthographischen Haltlosigkeit verfallen.

Als erstes fällt die verbreitete Unsicherheit beim ss/ß-Gebrauch auf: Die „Reform“ hat Heerscharen von gebildeten Schreibstümpern erzeugt. Der schon erwähnte Nicht-Schweizer „Blog-Führer“ Don Alphonso verweigert dagegen bewußt das „ß“ – ein geschmäcklerischer ß-Hasser?:


krusty20
05. Juli 2010, 10:20
Zitat: „artikuklationsschwacher Figuren“, „ahnt der Besuch, dass es sich hier doch eher um eine Hochzeit muss“, „Stzofarrangements“
Lieber Don,
ich schätze Ihren Blog sehr, aber das Lesen dieses Beitrages habe ich nach dem ersten Absatz abgebrochen. Wer soll denn das lesen (können)?
Und was haben Sie eigentlich gegen das schöne "ß" („ausserdem“, "Äusserungen“ etc. pp.)?
Dennoch herzliche Grüße

Don Alphonso
05. Juli 2010, 10:31
Oh Gott, da habe ich versehentlich die nich nicht korrigierte Version hineinkopiert – das ist mir alles sehr peinlich. Danke für den Hinweis. ß jedoch ist, das muss ich gestehen, nicht mein Ding.

Ansonsten schreibt er „neu“

Unfähigkeit, in dieser Moderne ohne sozialen Druck ein ganzes Leben lang mit einem Anderen auszuhalten – oder zumindest so lange, bis angesichts schwindender Alternativen das Zusammenbleiben auch eine feine Sache ist.
Veröffentlicht 04. Juli 2010, 21:06 von Don Alphonso

Allerdings ähneln seine Brillanten den „Brillis“ der Halb- und Unterwelt:

Don Alphonso
04. Juli 2010, 23:23
gheluveld, Ice Cubes sind übergrosse Brillianten, meist als Ring getragen.

Seine Gesprächspartner tappen mitunter in die Heyse-ss-Betonungsfalle:

Der Gärtner
04. Juli 2010, 21:35
Lieber Don, vielleicht sind Sie einfach nur schon tot, bei all dem Ekel und Elend dass Sie ertragen und kommentieren müssen, die billigen Kleider, die billigen Lieder, alles so schrecklich und Sie so unglücklich schlau.


Die meisten der Gesprächspartner haben früher wohl einmal richtig schreiben gelernt:

Holly01
05. Juli 2010, 08:13
Guten morgen !
… Ich bin seit 19 Jahren verheiratet. Ich mag keinen Tag davon missen und freu mich auf morgen. Tschuldigung, aber das st so.
Ich lebe selbst gerne und empfinde meine Partnerin, als Bereicherung meines Lebens.

Aber als mich meine Frau darüber informiert hat, daß ich sie heiraten möchte, da wusste ich ziemlich sicher, wie der Hase läuft. Den/die richtige gibt es garnicht und wenn doch dann verändert man sich ja. Aussehen ist recht vergänglich und was man möchte weiss man vielleicht noch, aber was man bekommt?... Wir haben nur am Anfang festgelegt, daß wir uns nicht herumquälen werden. Wenn es nicht mehr klappt, dann ab dafür. … @ milan : Kleid? Ich habe im Text von Da nur 4 Fotos von der Umgebung. Wahrscheinlich die Stelle wo das Porzelan sterben sollte (die grünen Scherben zeigen aber billiges Glas an) und 3 Strassenaufnahmen.

Auch die übertriebene Großschreibung findet Anhänger; „von außen“, „von vornherein“ falsch großgeschrieben sind geläufig, aber was mag das „Vornherein“ sein?

Kopfgeburt
05. Juli 2010, 08:38
Meine Liebste und ich, wir entschieden uns damals gegen eine Hochzeitsfeier jeglicher Art, als wir heirateten. Uns war der Gedanke zuwider, dass man etwas feiert, das noch gar nicht begonnen hat – sich also schon zum Vornherein belohnt.

Die nächste Schreiberin ist wieder Heyse-Opfer:

escalera_de_caracol
05. Juli 2010, 10:03
Fall Nr. 1: Eine Jugendfreundin saß nächtens in meiner Küche und schluchzte: „Ich weiß nicht ob ich morgen heiraten soll – aber es ist doch alles schon vorbereitet!“ . Meinen Vorschlag, daß sie auch vor dem Standesbeamten noch umdrehen dürfe und es sich wirklich noch einmal überlegen solle, hat sie (leider) ignoriert. Kurz nach der Geburt des gemeinsamen Kindes wünschte ihr Mann die Scheidung mit der Begründung, dass sie seinen geistigen Anforderungen nicht genüge.
Fall Nr. 2: Morgens im Büro grosse Aufregung. Chef-Töchterleins Bräutigam ist nicht zur Hochzeit erschienen – welche Riesenblamage …

Als gnadenlose Kleinschreiberin stellt sich eine „donna laura“ vor:

donna laura
05. Juli 2010, 10:09
lieber Don Alphonso,
das unbehagen angesichts des panoptikums zeitgenössisch-peinlicher geschmacksverirrungen (fussballerfrisuren vorm. vokuhila sowie halbmillimeterschmale augenbrauen, braungegrillt, riesige plastikabsätze, katalogmuster; andererseits ist es authentisch, denn 'die' laufen immer so oder ähnlich herum) kann ich gut nachfühlen.
da frage ich mich schon, ob wir alle der gleichen gattung angehören.

Anonym Geadelte brauchen es heute beim Schreiben ohnehin nicht so genau zu nehmen:

MarkusvonBentheim-Burg
05. Juli 2010, 14:13
Werter Don,
Männer Ihres Alters haben es nie gelernt, was es heisst, Verantwortung zu tragen und sich mit anderen Dingen zu beschäftigen als sich selbst. …
Beste Grüße aus dem Eheparadies
MvB-B

Anpassung ist die Devise:

MarkusvonBentheim-Burg
05. Juli 2010, 16:13
Werter Don,
es geht im wesentlichen doch immer nur um das Eine: etws zu schaffen. Heute liesst man immer nur, wie man etwas konsumiert, wie andere etwas konsumieren. Zeit, Geld, Immobilien, Autos, Flugzeuge und anderes. … Das muss mit Drogengeldern oder Schwarzgeld gemacht worden sein. Auch eine Ehe über 70 Jahre zu führen ist etwas, an dem sich viele die Zähne ausbeissen würden. Die Anwesenden inbegriffen. Eine Ehe immer wieder neu zu erfinden, um sie frisch zu halten, Kinder in die Welt zu setzen, ein Haus oder wie in meinem Fall mehrere und ein Unternehmen groß und stark zu machen, wie in meinem Fall, die alten Traditionen in die Moderne zu führen und den aktuellen Gegebenheiten anzupassen, das sind WIRKLICHE Werte. …

Ausnahme: Jemand, der fast noch so schreibt, wie es einmal selbstverständlich war:

specialmarke
05. Juli 2010, 16:15
Also, ich war dreimal verheiratet, jeweils in gehörigen Abständen. Die Hochzeit beschränkte sich jeweils auf den standesamtlichen Akt. Das erste Mal war 1967, damals konnte man als unverheiratetes Paar überhaupt keine Wohnung bekommen (Kuppeleiparagraf). … Die dritte Ehe war den Kindern und dem Lebensumfeld (Bayern) geschuldet. Sie hielt, bis aus den Kindern Jugendliche geworden waren. Diese Scheidung war nicht ganz billig. Ich mußte das abbezahlte Haus praktisch noch einmal bezahlen...


Manchem Skeptiker hat die „Reform“ gar nichts gebracht:

Trias
05. Juli 2010, 17:30
Wenn ich meinen Namen in der Forbes Top-fifty wiederfinden würde,
hätte ich bestimmt keine Zeit diesen Blog zu lesen während ich meine Schlößer renoviere. MfG.

Da ist Tolle-ranz gefragt:

Holly01
05. Juli 2010, 17:49
@ Trias : Sein Sekretär hat ihn informiert, daß Sie hier bloggen. Das wollte er nicht verpassen .... ^^.
Nun lasst ihn doch erst einmal landen hier im Blog. Wo ist denn die gute alte Gastfreundschaft?
Ob real oder nicht, davon werden die Texte nicht schlechter und eure Konten nicht besser .... also take it easy.

Am sichersten schreibt man Dialekt – ohne staatlich verfügte „Erleichterungen“:

Plindos
05. Juli 2010, 20:13
Werter Herr Don Alphonso@:
Schaugns Herr Don,
1.)
mei bezaubernde Gattin und I kenna uns schon seit unsam 17. Lebensjahrr, mir san glei oit, biologisch hots dann mit Oanazwanzg in unsa zwoara Schtudium neigschnakelt, wias de guade Durchlaucht Gloria v. T. & T. vo Regenschbuarg so treffend launig umschriebn hot, mir ham ghoarat und jetza feiern mia des 50. Jahrzehnt ...


faz-community.faz.net 5.7.2010

N.B. Kommafehler habe ich gelassen; Markierungen machten alles noch unübersichtlicher.

P.S. Angela Merkels Schreibe ist übrigens ähnlich konfus.

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Sigmar Salzburg
25.06.2010 10.54
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FAZ-BLOGS

Während man nach dem Kotau der FAZ vor der „Reform“ dort auch, bis auf den bekannten bescheidenen Widerstand bei wenigen Wörtern, oft genug die Skurrilitäten der neuen Rechtschreibung bewundern kann, sind die Autoren in den „Blogs“ anscheinend freier. Die Autorin Andrea Diener, die hier schon erwähnt wurde, ist immer noch eine „Bastion der alten Rechtschreibung“. Ihr zur Seite steht der Althistoriker Prof. Uwe Walter, mit naturgemäß entwickelterem Sinn für Tradition. Ansonsten zeigen sich die „Blogger“ angepaßt – mit einer Ausnahme, dem Anonymus „Don Alphonso“, der seiner Darstellung nach in Bayern zu Hause ist, aber die schweizerische Schreibweise verwendet, der Leseprobe nach in reformierter Version:

Moderne und Absolutismus 1: Die Staatsmätresse
… Heutigentags – heutigentags sind sintemalen der eigenen, dieser Region entstammenden Führungsschicht mit Berliner Nebenfrauen und Bischöfen dieser Region, über die man Schlimmes liest, auch im erzkatholischen Bayern die guten Tage des bösen Skandals der Anderen gezählt. Noch nicht mal über die privaten Verhältnisse und gescheiterten Ehen der Bundespräsidentenkandidaten kann man sich allzu laut äussern, schliesslich ist Scheidung heute auch hier nicht mehr selten...

faz-community.faz.net 21.6.2010

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Norbert Lindenthal
03.12.2009 20.44
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Mehr Unterschriften als 1997 in Schleswig-Holstein

Frankfurter Allgemeine Zeitung 3. Dezember 2009

Volksbegehren erfolgreich
Weiß-blaue Rauchzeichen

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In Bayern wird der Nichtraucherschutz abermals zum strittigen Thema
03. Dezember 2009 Knapp 1,3 Millionen Bürger – knapp 13,9 Prozent der Wahlberechtigten in Bayern – haben es mit ihrer Unterschrift der schwarz-gelben Staatsregierung ins Stammbuch geschrieben: „Die Lockerung des Rauchverbots gefährdet Ihre Gesundheit.“ Nach dem erfolgreichen Volksbegehren, dass sich für eine Gesetzesänderung ausspricht, mit der der Nichtraucherschutz verbessert werden soll, müssen CSU und FDP sich nun im nächsten Jahr auf einen erbitterten Wahl- und Kulturkampf einstellen.
Noch nie seit 1967 hat ein Volksbegehren in Bayern eine so hohe Zustimmung erreicht. Es zielt darauf ab, in allen gastronomischen Betrieben und vielen öffentlichen Gebäuden das Rauchen zu verbieten. Im Gegensatz zu derzeit gültigen Rauchverboten soll es keine Ausnahmen mehr für kleine Lokale und abgetrennte Raucherbereiche geben. Auch in Bierzelten am Münchner Oktoberfest dürfte nach Annahme des Gesetzes im Jahr 2010 nicht mehr geraucht werden.

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Ein Plakat der Nichtraucher-Kampagne der ÖDP in der Nähe des Münchner Siegestor
Sofern die Koalition nicht doch noch nachgibt, ist 2010 die gesamte Bevölkerung des Freistaats aufgerufen, in einem Volksentscheid über das Rauchverbot abzustimmen. Das bestehende Rauchverbotsgesetz war vom Landtag erst im August diesen Jahres aufgeweicht worden. Diese Änderung gilt als Anlass für das Volksbegehren. Der Entwurf der Gesetzesinitiative übernahm das ursprüngliche, strengere bayrische (sic) Landesgesetz aus dem Jahr 2007, strich jedoch eine Ausnahme heraus, die die Umwidmung von Lokalen zu „Raucherclubs“ erlaubte.
„Eine Ohrfeige für Gesundheitsminister Söder“
Die Initiative für das Volksbegehren ging von der nicht im Landtag vertretenen Kleinpartei ÖDP („Ökologisch-Demokratische Partei“), einer bürgerlichen Splittergruppe der Grünen, und Nichtrauchergruppen aus. Sie wurde von der SPD und den Grünen unterstützt.

Mit dem Erreichen der nötigen Stimmenanzahl wird der Gesetzesvorschlag nun an den Landtag weitergereicht. Der bayrische (sic) Innenminister Herrmann (CSU) sagte am Donnerstag, er erwarte, dass sich die Fraktionen der Regierungsparteien dagegen aussprechen werden. Die Regierung wolle zwar am gegenwärtigen Gesetz festhalten, das Volk müsse nun jedoch selbst entscheiden, wie rigoros das Rauchverbot sein soll. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, Kathrin Sonnenholzner, nannte die Annahme des Volksbegehrens einen „Schlag für die wankelmütige CSU und eine Ohrfeige für Gesundheitsminister Söder“.
Das Volksbegehren muss vom Bayrischen (sic) Landtag spätestens bis Mitte April 2010 behandelt werden. Lehnt der Landtag das Gesetz ab, muss es bis Mitte Juli selben Jahres zu einem Volksentscheid kommen. Bei der Abstimmung reicht eine einfache Mehrheit aus, um das Gesetz zu beschließen. Der Landtag hat die Möglichkeit, bei dem Volksentscheid einen eigenen Vorschlag als Alternative zum Entwurf des Nichtraucher-Volksbegehrens vorzulegen.
Leidiges Thema für die CSU
Kaum ein Thema ist so geeignet, die Bevölkerung in zwei Lager zu spalten. Insbesondere die CSU leidet nach mittlerweile mehr als dreijährigem Hin und Her an einer „chronischen Rauchvergiftung“: Die Partei wird das Thema nicht mehr los – und hat immer einen beträchtlichen Teil der bayerischen Bevölkerung gegen sich, ob sie sich nun für oder gegen ein strenges Rauchverbot entscheidet.

Sebastian Frankenberger, der Hauptorganisator des erfolgreichen Volksbegehrens
Das erfolgreiche Volksbegehren ist auch nach Einschätzung von CSU-Abweichlern die Quittung für den Zickzack-Kurs der vergangenen Jahre. „Glaubwürdigkeit und Kontinuität waren nicht mehr gegeben“, sagt der Nürnberger CSU-Landtagsabgeordnete Hermann Imhof, der offen gegen die Lockerung des Rauchverbots im vergangenen Sommer rebelliert hatte.
Denn bei der CSU machten viele das Rauchverbot für den traumatischen Verlust der absoluten Mehrheit 2008 mitverantwortlich. Nun hoffen vor allem SPD und Grüne, der Staatsregierung auch beim Volksentscheid eine Niederlage zufügen zu können
„Der CSU-Glimmstengel ist abgebrannt, in der Räucherkammer des ehemaligen Bundesgesundheitsministers Horst Seehofer“, sagt der Vorsitzende der SPD-Fraktion im bayerischen Landtag, Markus Rinderspacher. Seehofer hat zwar gar keine Räucherkammer, denn er ist Nichtraucher. Doch hatte der CSU-Chef im Oktober 2008 höchstpersönlich die Lockerung des Rauchverbots angekündigt – eine Niederlage beim Volksentscheid wäre daher auch seine Niederlage.
Ob die CSU das Rauchverbot auch heute noch lockern würde, ist fraglich. In der Partei herrscht mittlerweile die Einsicht, dass die Niederlagen der vergangenen Jahre tiefere Ursachen hatten als die Frage, ob in Bayerns Wirtshäusern der freie Griff zur Zigarette erlaubt ist oder nicht.
Denn zwischenzeitlich hat die CSU auch bei der Bundestagswahl einen weiteren Tiefschlag einstecken müssen, bei der das Rauchen keine Rolle spielte.
SPD-Fraktionschef Rinderspacher jedenfalls sieht in einer qualmenden Vision die CSU/FDP-Abgeordneten bereits als „Räucherstäbchen“ herumlaufen – „mit der Duftmarke schlechte Laune“.
Auch für die FDP wäre ein erfolgreicher Volksentscheid ein schwerer Rückschlag. Erste Rauchwolken des kommenden Wahlkampfs stiegen bereits am Donnerstag auf. Die Koalition will nicht nachgeben, die CSU nach mehreren Kurswechseln nicht schon wieder umschwenken.
Der FDP-Abgeordnete Andreas Fischer warnte „vor einer gesellschaftlichen Spaltung, die ein totales Rauchverbot in der Gastronomie mit sich bringen würde“. Die erfolgreichen Organisatoren des Volksbegehrens bei der ÖDP dagegen jubelten bereits: „Jetzt kommt das bayerische Reinheitsgebot für Wirtshaus- und Festzeltluft.“ Das letzte Wort haben die Bürger.
Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa
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Norbert Lindenthal

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Sigmar Salzburg
08.10.2009 13.44
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Herta Müller erhält den Literaturnobelpreis

08. Oktober 2009 …
Herta Müller gilt als „Chronistin des Alltagslebens in der Diktatur“, die ihre Kindheit in Rumänien als Schule der Angst durchlebt hat und davon in ihren Werken beredet und bedrückend Zeugnis ablegt. Seit Anfang der 90er Jahre und der Übersetzung ihrer Werke in mehr als 20 Sprachen gehört Müller mit Büchern wie „Der Fuchs war damals schon ein Jäger“, „Herztier“ und „Heute wäre ich mir lieber nicht begegnet“ zu den wichtigen Autoren im internationalen Literaturbetrieb. Das Lebenswerk der heute 56 Jahre alten deutsch-rumänischen Autorin zeugt von schmerzhaften Erinnerungen an eine düstere Vergangenheit unter dem Ceausescu-Regime, dem sie erst 1987 entkommen konnte, ……

Herta Müller wurde am 17. August 1953 in Nitzkydorf im Kreis Temeschwar im lange Zeit deutschsprachigen Banat in Rumänien geboren. Nach den Eingriffen der Zensur in ihr erstes Buch und wiederholten Verhören und Hausdurchsuchungen verließ Müller 1987 schließlich ihre Heimat und siedelte in das damalige West-Berlin über. Schon 1984 war im Westen ihr Erzählband „Niederungen“ erschienen.
Der später folgende Prosaband „Reisende auf einem Bein“ entstand 1989 bereits in West-Berlin und spiegelt das Fremdsein in der neuen Heimat wider. Der Alltag in einem totalitären System ist Thema ihres Romans „Der Fuchs war damals schon der Jäger“ (1992). „Herztier“ (1994) beschreibt das Leben der Oppositionellen in Rumänien. …

faz.net 8.10.09


Auch Herta Müller hatte 1997 den Aufruf der Autoren gegen die „Rechtschreibreform“ unterzeichnet und weiterhin Distanz gezeigt:

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27.7.00
F.A.Z. FRANKFURT, 27. Juli.[2000] Der Beschluss der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, am 1. August zur alten Rechtschreibung zurückzukehren, hat zur Wiedereröffnung der Debatte über die Rechtschreibreform geführt. Bei den Lesern dieser Zeitung stieß die Entscheidung, die eine beispiellose Flut von schriftlichen und telefonischen Reaktionen zur Folge hatte, auf nahezu einmütige Zustimmung. …
Alle Verlautbarungen der Kulturbürokratie hätten ohnehin das Fehlen jeglichen Sprachgefühls bewiesen, selbst die „Autoren von Trivialromanen“ seien solcher „Dummheit“ im Umgang mit der Muttersprache „weit überlegen“. Wie Herta Müller sieht auch Günter Kunert in dem Entschluss einen Sieg der Sprache über die Kulturbürokratie. Der „Anschlag von Beamten“, meinte Kunert, sei damit noch einmal vereitelt worden; dies sei für ihn „tröstlich“.

Spiegel, KN u.a.:
Das Lebenswerk der heute 56-Jährigen deutsch-rumänischen Autorin zeugt von schmerzhaften Erinnerungen an eine düstere Vergangenheit unter dem Ceausescu-Regime, …
spiegel.de 8.10.09
kn-online.de 8.10.09


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glasreiniger
16.07.2009 12.34
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Re: Einigkeit nur beim Volksentscheid

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Norbert Lindenthal
FAZ, 16.7.2009

CDU kündigt Bündnis auf
Große Koalition in Schleswig-Holstein geplatzt



Bei SpOn heute:

... Neuwahlen, nach der das Land lächzt.

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Norbert Lindenthal
16.07.2009 04.27
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Einigkeit nur beim Volksentscheid

FAZ, 16.7.2009

CDU kündigt Bündnis auf
Große Koalition in Schleswig-Holstein geplatzt


Auslöser der jüngsten Krise waren Konflikte um die staatliche HSH Nordbank.


[Anmerkung:
Die Regierung bürgt für die HSH Nordbank, womit jeder Schleswig-Holsteiner mit paar Tausend Euro verschuldet ist]
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Norbert Lindenthal

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Sigmar Salzburg
05.05.2009 06.57
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Leserbrief von Hans Krieger

Die Sprache gehört niemandem

Es ist Peter Eisenbergs großes Verdienst, den Streit um die Rechtschreibung, den er für beendet erklärt, neu eröffnet zu haben („Lehrer, euch gehört die Sprache nicht!“, F.A.Z. vom 17. April). Denn die Folgeschäden der Reform sind täglich zu beobachten. Der gegenwärtige Schreibusus ist geprägt von allgemeiner Desorientierung, und selbst der partielle Rückbau der Reform, vor allem in der Getrennt- oder Zusammenschreibung, scheint mehr von Zufall und Beliebigkeit bestimmt zu sein als von einer Wiedergewinnung des Sprachverständnisses.

Das Problem hat Eisenberg mit wünschenswerter Schärfe formuliert: „Die Orthographie ist weder dazu gemacht, dass man mit ihr erfolgreich Wörterbuchverlage betreibt, noch dazu, in den Schulen gelehrt zu werden. Sie ist, wie sie ist... Jede noch so gutwillige, gutgemeinte Manipulation am Gegenstand hat zu unterbleiben.“ Aus ebendiesem Grund wäre der Rat für deutsche Rechtschreibung auch dann zum Scheitern verurteilt gewesen, wenn es all die Behinderungen seiner Arbeit, die Eisenberg aufzählt, nicht gegeben hätte. Er scheiterte nicht nur daran, dass er die Folgeschäden einer groben „Manipulation am Gegenstand“ nicht konsequent beheben, sondern nur mit Willkürspielräumen camouflieren durfte. Auch seine länger-fristige Aufgabe der „ständigen Beobachtung der Schreibentwicklung“ und der Erarbeitung von Vorschlägen zur „Anpassung des Regelwerks an den allgemeinen Wandel der Sprache“ krankt an einem unlösbaren Selbstwiderspruch. Denn nach der „Manipulation am Gegenstand“ gibt es keinen ungestörten „Wandel der Sprache“ mehr, an dem die Schreibentwicklung sich orientieren könnte. Aus den Chaosfrüchten der Deregulierung lassen sich Hinweise für ein angepasstes Regelwerk so wenig gewinnen, wie die marode Finanzwirtschaft aus ihrem unsoliden Derivatenhandel das Heilmittel der Gesundung schöpfen kann.

Auch ein neuer, schlankerer, vom Druck der Geschäftsinteressen weitgehend befreiter Rat für deutsche Rechtschreibung wird da wenig ausrichten können, wenn die Aufgabe nicht klar definiert ist. Mit der „Erhebung und Auswertung von Sprachdaten“ ist es nicht getan, denn erfasst würde ein künstlich gestörter Schreibgebrauch. Erst wenn ein konsistentes Regelwerk den Usus neu konsolidiert hat, kann das „Übliche“ wieder zum Kriterium des „Richtigen“ werden. Ausgangspunkt für die Wiedergewinnung vernünftiger Rechtschreibregeln kann also nicht die Reformschreibung sein, deren logische Dürftigkeit an den hilflosen Selbstkorrekturen von Duden-Auflage zu Duden-Auflage abzulesen ist (mit der besonderen Pikanterie, dass die jüngste Duden-Auflage die vom Rat für deutsche Rechtschreibung erarbeitete „Reform der Reform“ gezielt sabotiert). Leider kann auch der Kompromissvorschlag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung nicht Richtschnur sein, weil er zu viele grammatikwidrige Schreibungen akzeptiert. Wir müssen dort wieder anknüpfen, wo wir noch verlässliche, durchschaubare und sprachadäquate Regeln hatten. Das ist die Rechtschreibung, die zuletzt der Duden von 1991 dokumentiert hat.

Die neue ss/ß-Schreibung wird man inzwischen als etablierte Üblichkeit akzeptieren müssen, auch wenn sie das Lesen erschwert und nachweislich die Verwechslung von „das“ und „daß" erleichtert. Wahrscheinlich auch die unsinnigen Dreifachkonsonanten. Alles Übrige, vor allem die heiklen Fragen der Groß- und Kleinschreibung und der Getrennt- oder Zusammenschreibung, war in der vor 1996 üblichen Schreibung so überzeugend geregelt, wie man es von einem Traditionsgebilde wie der Orthographie realistischerweise erwarten kann. Auf dieser Grundlage ein angepasstes Regelwerk zu erarbeiten ist eine überschaubare Aufgabe, die nicht „mittelfristig“, sondern ziemlich rasch zu bewältigen ist, wenn der Wille da ist.

Eisenberg spricht von der Verantwortung des Staates. Mit dem Eingriff in die Sprachentwicklung hat der Staat sich eine Kompetenz angemaßt, die ihm nicht zukommt; er ist nun verantwortlich für die Behebung des Schadens, den er damit angerichtet hat. Die Sprache gehört nicht den Lehrern, gewiss. Sie gehört niemandem. Am ehesten noch gehört sie jenen, die den diszipliniertesten und verantwortungsvollsten Gebrauch von ihr machen.

HANS KRIEGER, MÜNCHEN

FAZ 4.5.2009 S.8

Scannerfehler vorbehalten. (Leider hat er nicht „Übelkeit“ statt „Üblichkeit“ gelesen.)

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Sigmar Salzburg
30.04.2009 07.28
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Resignation der Lehrer ...

Da ich die FAZ nicht mehr kaufe, entgeht mir natürlich der folgende, sehr treffende Leserbrief von Wolfgang Steinbrecht, Studiendirektor a.D. aus Bad Nenndorf.
Deshalb hier ein Hinweis auf die Seite der FDS:

F.A.Z., 30.04.2009, Nr. 100 / Seite 35

http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=615#7635

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Sigmar Salzburg

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18.04.2009 15.32
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Eisenberg in der FAZ

[Hinweis: Dieser Text dient ausschließlich der internen Information in der Bürgerinitiative]

Rechtschreibreform

Lehrer, euch gehört die Sprache nicht!

Das Problem der Rechtschreibreform war die bürokratische Verfassung ihrer Gremien

17. April 2009 Vor gut fünf Jahren hat die Ständige Konferenz der Kultusminister den Rat für deutsche Rechtschreibung ins Leben gerufen. Zu seinen Aufgaben gehören laut Statut „die ständige Beobachtung der Schreibentwicklung“ und „die Erarbeitung und wissenschaftliche Begründung von Vorschlägen zur Anpassung des Regelwerks an den allgemeinen Wandel der Sprache“. Der Rat hat nächstes Jahr mit Ende seiner ersten Amtszeit einen Tätigkeitsbericht vorzulegen. Und es zeichnet sich ab, dass auch personelle Veränderungen zu erwarten sind.

Trotz aller Rechtschreibfrustration verliert die Frage, wer die orthographische Norm künftig wie bearbeitet und entwickelt, nichts von ihrer Tragweite. Einheitlichkeit der Schreibung bleibt das stärkste Band im vielfältig gegliederten deutschen Sprachgebiet. Auch nimmt seine Bedeutung eher zu als ab. Alle vergleichenden Leistungstests der vergangenen Jahre setzen ja im Kern bei Schreib- und Lesekompetenzen an. Mit der Orthographiereform von 1996 hat der Staat die Verantwortung für den Normierungsprozess an sich gezogen. Der öffentliche Diskurs ist gegenwärtig einer mit dem Staat, in Deutschland an erster Stelle mit der KMK.

Weg zur Entscheidung

Die Einrichtung eines neuen Gremiums war unvermeidlich geworden, weil die alte zwischenstaatliche Rechtschreibkommission den Anforderungen nicht gerecht wurde. Man hat sie regelrecht gefeuert. Ihr war entgangen, dass die Kultusminister nach Jahren quälender Debatten, juristischer Auseinandersetzungen und politischer Querelen von der Neuregelung herunterwollten. Aber als dann im Herbst 2004 die zwölfköpfige Kommission durch einen sechsunddreißigköpfigen Rat ersetzt wurde, war die erste Reaktion ein allgemeines Rätselraten über die Motive der Politiker. Ein Gremium dieser Größe kann nicht effektiv arbeiten, aber andererseits musste etwas passieren. Der Rat sollte die Kastanien aus dem Feuer holen – und wider alle Erwartung tat er das. Innerhalb weniger Monate legte er ein in wichtigen Teilen überarbeitetes Regelwerk vor, das im Sommer 2006 politisch abgesegnet wurde und, abgesehen von kleineren Nachhutscharmützeln, die öffentliche Rechtschreibdebatte beendete. Drei Hauptgründe ermöglichten den Erfolg.

Der erste ist in der Person des Ratsvorsitzenden Hans Zehetmair zu sehen. Der ehemalige bayerische Staatsminister hat mit Geduld, Geschick und klaren Zielvorgaben dem heterogenen Gremium zu konstruktiven, inhaltlich verantwortbaren Entscheidungen verholfen. Der zweite Grund liegt bei den Arbeitsformen des Rates. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hatte ihre Mitwirkung an die Bedingung effektiver Arbeitsformen geknüpft. Es wurden Arbeitsgruppen zu Einzelthemen eingerichtet, deren wichtigste eine Neuformulierung der Regeln zur Getrennt- und Zusammenschreibung vorlegte. Drittens musste der Rat inhaltlich nicht bei null beginnen. Er stützte sich auf den Kompromissvorschlag der Akademie, der seit 2003 als kommentierte Wörterliste gedruckt vorlag und später auch einen Formulierungsvorschlag für Teile des Regelwerks umfasste. Alles zusammen war eine glückliche Fügung, aber eine, deren Bestandteile vielleicht der künftigen Lösung Pate stehen können.

Gremium ohne Erfolgsdruck
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Seit dem Sommer 2006 arbeitet der Rat, aber substantielle Vorschläge zu Entwicklung oder Rückbau der Orthographie hat er nicht mehr gemacht. Das war politisch so gewollt, sachlich gerechtfertigt war es nicht. Die geltende Regelung enthält noch immer zahlreiche Ungereimtheiten und Fehlschreibungen. Vieles wurde von der Deutschen Akademie unternommen, um den Rückbauprozess in Gang zu halten, im Ganzen ohne Erfolg. Ausschlaggebend war letztlich, dass die „zuständigen politischen Stellen“ keine Bewegung mehr wollten und sich darin mit starken Kräften innerhalb des Rates einig wussten. Immerhin trat unübersehbar zutage, was ein solches Gremium tut, wenn es nicht unter Erfolgsdruck steht, wie es sich spreizt und zu entfalten beginnt. Man kann versuchen, daraus etwas zu lernen.

Die deutschen Vertreter im Rat werden von Institutionen benannt. Zu ihnen gehören unter anderen das Institut für Deutsche Sprache, die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, die Union der Akademien, die großen Wörterbuchverlage, Verleger-, Didaktiker- und Journalistenverbände, Beamten- und Gewerkschaftsbund. Eine solche Zusammensetzung führt zwangsläufig zu Versuchen, die jeweils eigene Perspektive zur Geltung zu bringen, sei es als materielles Interesse wie bei den Verlagsvertretern oder sei es als Verbands- und Berufsinteresse.

Letzteres betrifft vor allem die Fraktion der Schulvertreter. Beispielsweise finden manche von ihnen nichts dabei, bestimmte Rechtschreibregeln zu favorisieren, weil sie sich einfach formulieren lassen. Das kann bis zu dem Punkt gehen, an dem die Einfachheit der Regel über die Angemessenheit der Schreibung triumphiert. Von Didaktikerseite kommt auch das Ansinnen, der Rat möge eine Umstellung literarischer Texte auf neue Orthographie empfehlen, soweit diese im Schulunterricht verwendet werden.

Ein Rat ohne Spesenabrechnung

Mehrfach hatte sich der Rat unter Mühen auf seine eigentliche Aufgabe zu besinnen. Die orthographische Norm entsprechend dem allgemeinen Schreibgebrauch zu erfassen und zu entwickeln ist etwas anderes, als sie den Bedürfnissen bestimmter Institutionen anzupassen. Um es ganz einfach zu sagen: Die Orthographie ist weder dazu gemacht, dass man mit ihr erfolgreich Wörterbuchverlage betreibt, noch dazu, in der Schule gelehrt zu werden. Sie ist, wie sie ist. Erst daraus gewinnt sie ihre Würde als allgemein verfügbares kommunikatives Werkzeug, als Gegenstand des öffentlichen Sprachdiskurses, der Dokumentation in Wörterbüchern, der Fachwissenschaft und erst recht der Fachdidaktik Deutsch. Jede noch so gutwillige, gutgemeinte Manipulation am Gegenstand hat zu unterbleiben. Der Rat soll ihm so zur Sichtbarkeit verhelfen, dass ein vernünftiger Umgang mit ihm möglich wird. Das ist ziemlich aufwendig, aber eine wichtige und lohnende Aufgabe.

Um die Aufgabe zu erfüllen, braucht der Rat eine materielle Grundausstattung. Datenerhebung und -auswertung zum allgemeinen Schreibgebrauch kosten Geld. Bisher behilft man sich und bittet Ratsmitglieder, die über elektronische Sprachkorpora verfügen, um Recherchen. Dieser Weg aber ist aus vielen Gründen auf Dauer versperrt. Und noch einmal sei an die Peinlichkeit erinnert, dass den deutschen Ratsmitgliedern im Gegensatz zu allen anderen nicht einmal Reisekosten erstattet werden. Man braucht keine sich aufblähende Organisation, um das Notwendige zu tun. Freundliche und aufmunternde Worte, wie wir sie von der KMK gelegentlich hören, reichen nicht. Der Staat hat eine Verantwortung übernommen.

Orthographische Ausweichmanöver

Ein weiteres, durchaus demotivierendes Manko ist eine gewisse Ziellosigkeit der Ratsarbeit. Es gibt keinen geregelten Weg, auf dem Vorschläge umgesetzt oder abgelehnt werden. Dies war von Beginn an so etwas wie die politische Achillesferse der Neuregelung. Wir stehen als Bittsteller da, müssen mit schlichter Nichtbefassung rechnen und haben nicht einmal ein verbrieftes Vortragsrecht, ganz zu schweigen von einem Anspruch auf internationale Abstimmung.
Schließlich liegt das geltende amtliche Regelwerk wie ein Felsbrocken in der Tür zu einer sich verstetigenden Arbeit. Der Text ist, was die Textsorte betrifft, unentschieden, er ist unverständlich, voller Widersprüche, viel zu kompliziert, wissenschaftlich nicht auf dem Stand der Technik, er erfasst zu wenig elementare Regularitäten, regelt aber zu viele Details. Die Deutsche Akademie wird deshalb für die nächste Ratssitzung am 24. April einen Textvorschlag zum kritischen Bereich Substantivgroßschreibung vorbereiten, der einige unhaltbare Fehlschreibungen ausschließt und hoffentlich zeigt, wie einfach das Regelwerk sein könnte.

Vorschlag für die Zukunft

Die Rechtschreibdiskussion ist in Deutschland verstummt, gewichtige Folgeschäden der Neuregelung sind geblieben. Das Vertrauen der Sprachgemeinschaft in die Tragfähigkeit der geltenden Regelung ist erst teilweise hergestellt, das gilt ausdrücklich auch für die Schule. Man umschifft den Orthographieunterricht eher als vor 1996 und tut den Kindern damit keinen Gefallen. Die Rechtschreibfähigkeiten werden so keinesfalls besser, nicht einmal dort, wo die Neuregelung nichts geändert hat.

Riskieren wir deshalb einen konkreten Vorschlag, mit dem sich zahllose Diskussionen unter Fachleuten bündeln lassen. Ein Rat für Rechtschreibung, dem mittelfristig die Regelung der Orthographie des Deutschen obliegt, hat eine ungerade Zahl von weniger als zehn Mitgliedern. Sie sind Fachleute für Erhebung und Auswertung von Sprachdaten, für deren systematische Beschreibung wie für die Umsetzung der Beschreibungen in ein transparentes, einer größeren Öffentlichkeit zugängliches Regelwerk. Der Rat verfügt über Mittel zur Erfüllung seiner Aufgaben. Ihm steht ein Weg offen, den er zum Inkraftsetzen seiner Vorschläge beschreiten kann.

Peter Eisenberg lehrt Linguistik in Potsdam und gehörte zu den engagiertesten Kritikern der Rechtschreibreform. Seit 2005 ist er Mitglied im Rat für deutsche Rechtschreibung.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb
faz.net 17.4.09

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Sigmar Salzburg
24.03.2009 05.02
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Unbeschreibliches bei Tauss, schreibliche Libertinage bei der F.A.Z.

Causa Tauss
Im stinkenden Schweinestall
Tauss wollte demnach die Szene erforschen, in der Kinderpornographie gehandelt wird. … Tauss wiederum soll H. nach Medienberichten mindestens ein kinderpornografisches Bild aufs Handy geschickt haben. … der Austausch pornographischen Materials … Kinderpornographie … Kinderpornographie … Pornographie … Kinderpornographie … Kinderpornographie … Kinderpornografie
Text: F.A.Z.
FAZ.net 20.3.09

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Sigmar Salzburg
21.04.2008 11.27
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FAZ mit zaghafter Kritik

... Über eine hilfreiche Fibel zum besseren Verständnis der neuen Regeln der Rechtschreibung berichtet die „FAZ“. Nach der Rechtschreibreform sei die Rechtschreibung weiterhin voller Unstimmigkeiten, aber der Autor Karl-Heinz Göttert – Rhetorikspezialist an der Universität Köln – wolle nicht klagen, schreibt die „FAZ“. „Denkbar unterhaltsam“ gelinge es ihm, die Hintergründe der Regeln zu erläutern. Er verteidigt und kritisiert, wo er es für angemessen hält. Der „kurvige Weg des jüngsten orthographischen Projekts“ werde so nachvollziehbar...

Berliner Literaturkritik 21.04.08

http://www.berlinerliteraturkritik.de/index.cfm?id=17822

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Norbert Lindenthal
09.04.2008 06.17
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wenn die hohen staatsgewalten

FAZ.NET 9. April 2008

Wulf Segebrecht
Es lebe die Trikolore



Reiner Kunze:
Die sprache hat den mund zu halten, / wenn die hohen staatsgewalten / sich für ihren vormund halten / und barbaren sie verwalten.

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Detlef Lindenthal
24.01.2008 10.53
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Re: Zerrüttete Rechtschreibung

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Sigmar Salzburg
... Schweiß gebadet aufgewacht ... faz.net ...

(Bei Provinzblättern wie den Kieler Nachrichten kommt so etwas kaum noch vor!)
Wie meinen Sie das – was kommt bei den KN kaum noch vor?

Bei der Gelegenheit habe ich mir mal wieder faz.net angeschaut: Flachdummer Fernsehtratsch, Leserveralberung, Uri-Geller-Schwachsinn, Lüge: Wenn F.A.Z. das Flaggschiff deutscher Geistigkeit ist, läßt sich ermessen, wie Deutschland und Europa drauf sind.
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Detlef Lindenthal

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