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Spektrum der Wissenschaft
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Sigmar Salzburg
22.03.2019 09.23
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Der Urknall der „Reform“ bei Spektrum

Teilchenphysik: Neues Puzzlestück im Antimaterie-Rätsel

Warum gibt es im Weltall so viel mehr Materie als Antimaterie? Eine aufwändige Analyse von Teilchenzerfällen bringt die Wissenschaftler nun einen Schritt weiter...

Aus diesem Grund suchen Wissenschaftler mit viel Eifer nach subatomaren Prozessen, die im Urknall etwas mehr Materie als Antimaterie hervorgebracht haben könnten. In den vergangenen Jahrzehnten sind sie dabei immer wieder fündig geworden, beispielsweise bei so_genannten K- und B-Mesonen... Bei den B-Mesonen ist eine Verletzung der so_genannten CP-Symmetrie seit Beginn der 2000er Jahren bekannt.... Bei Zerfällen so_genannter D0-Mesonen, die unter anderem aus Charmquarks bestehen, sei die CP-Symmetrie ebenfalls verletzt, berichtete jüngst das Team des LHCb-Detektors auf einer Konferenz...

Zusammen mit bereits bekannten Unterschieden kann die neue Abweichung einen Teil der Materie-Antimaterie-Asymmetrie im Universum erklären...

spektrum.de 21.3.2019

(Könnte nicht auch das Übergewicht der Materie über die Antimaterie diese Unterschiede induzieren? Im Antiuniversum wäre es dann genau umgekehrt und die Symmetrie wiederhergestellt.)

Staatlich induzierte Zerfälle siehe hier.

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Sigmar Salzburg
04.03.2019 05.19
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a priori

Bei Spektrum.de 1.3.19 versucht der Berufsphilosoph Matthias Warkus, das „a priori“ zu erklären:

Ein Mensch – oder ganz allgemein ein Gegenstand – kann sich nicht gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten befinden... Für diese Regel (rechtswissenschaftlich ein so_genannter Erfahrungssatz) gibt es die auf den deutschen Philosophen Peter Janich (1942–2016) zurückgehende Bezeichnung »Alibi-Prinzip«... Eine experimentelle Widerlegung des Alibi-Prinzips ist ... gar nicht möglich.
Kleinste Teilchen können nach der Theorie aber sehr wohl gleichzeitig an verschiedenen Orten sein.
Philosophisch interessant wird das Alibi-Prinzip wie so oft erst, wenn man auf seine Begründung schaut. Im Gegensatz zu vielen so_ genannten Naturgesetzen wie dem ohmschen oder hookeschen Gesetz ist vom Alibi-Prinzip nicht bekannt, wer es »entdeckt« hat. Das ist auch kein Wunder, denn vermutlich hat es nie jemand groß entdecken müssen.
Da es sich aber um eine echte Information handelt, die vielleicht nur durch erste Erfahrungen aktiviert werden muß, kann es sich nur um biologisch evolutionär erworbenes Wissen handeln – wie auch das von Raum, Zeit und Kausalität.
In der Philosophie bezeichnet man Regeln, die nicht erst auf Grund irgendeiner Interaktion mit der Welt aufgestellt werden, sondern bereits »vor aller Erfahrung«, von vornherein, gültig sind, mit dem lateinischen Ausdruck »a priori«. Man kann große Teile der neuzeitlichen Philosophie als den Versuch umschreiben, Sätze zu finden, die einen Informationsgehalt haben und zugleich a priori gültig sind.
Evolutionär erworbenes Wissen kann nur für lebensfreundliche Welten gelten, die der unsrigen ähnlich sind.

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Sigmar Salzburg
05.01.2019 06.46
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Flynn-Fun

Die meisten Intelligenzprüfungen sind fragwürdig, vor allem, weil Ungenauigkeiten von weniger als plusminus 5 kaum erreichbar sind. Jetzt aber berichtet „Spektrum“ – wie gewohnt in der unintelligenten Urreformschreibung von 1996 – über die Sorge, daß der angeblich jährliche 0,3-prozentige Anstieg des IQ in den Industrienationen rückläufig werden könnte:

Der mittlere Intelligenzquotient wuchs über Jahrzehnte kontinuierlich an. Doch nun schwächelt der so_genannte Flynn-Effekt, und in einigen Ländern scheint der Durchschnitts-IQ sogar zu sinken. Woran liegt das?

von Theodor Schaarschmidt

Flynn-Effekt: Warum die Intelligenz nicht weiter steigt

.... Seit Beginn der Messungen schneiden Menschen immer besser in den IQ-Tests ab. Über eine lange Zeit lag dieser Zuwachs in vielen Industrienationen relativ stabil bei rund 0,3 Punkten pro Jahr.[...]

Schon in den 1930er Jahren bemerkten Intelligenzforscher, dass ihre Normwerte (die Durchschnittswerte zum Vergleich unter anderem von Gleichaltrigen) mit den Jahren allmählich nicht mehr genau stimmten. Der mittlere IQ stieg immer weiter an, die Eichung musste nachjustiert werden. Wer das für Erbsenzählerei hält, muss sich vor Augen führen, welch weit_reichende Konsequenzen das Ergebnis eines Intelligenztests mit sich ziehen kann.

Der Namensgeber des Phänomens, der neuseeländische Politologe James R. Flynn, gibt ein besonders extremes Beispiel: Wer in den USA etwa wegen Mordes vor Gericht steht, darf in einigen Bundesstaaten nicht hingerichtet werden, wenn eine geistige Behinderung vorliegt. Setzt ein Gutachter zur Diagnose eine veraltete IQ-Norm ein, kann es passieren, dass er eine vorliegende Behinderung nicht als solche erkennt – im schlimmsten Fall könnte der Flynn-Effekt also zu einer unrechtmäßigen Hinrichtung führen.[...]

In anderen Teilen der Erde betrifft der Abfall oft nur einzelne Aufgabenbereiche. Eine Metaanalyse für Österreich und Deutschland resümierte etwa: Seit 1995 geht es hier zu Lande mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen bergab. [...]

75 Intelligenzforscher gaben Auskunft, welche Ursachen sie für ein mögliches Ende oder eine Umkehr des Flynn-Effekts vermuten. Die Ergebnisse machen stutzig... Beliebtester Erklärungsversuch: Weniger intelligente Eltern würden mehr Kinder in die Welt setzen als intelligente. Änderungen im Genpool würden dann dafür sorgen, dass die kognitive Leistungsfähigkeit in der Bevölkerung immer weiter abflaut. Dieses Konzept ist auch als Dysgenik bekannt, eine zunehmende Verbreitung von vermeintlich unvorteilhaften Genen also. Neu ist die Idee nicht; schon der österreichische Zoologe Konrad Lorenz (1903-1989) warnte 1943 vor einer »Verhausschweinung des Menschen«. [...]

Auf Platz zwei in der Umfrage folgte die Hypothese, zunehmende Migration könnte für einen Anti-Flynn-Effekt verantwortlich sein. ... Die Umfrage offenbart viel über die Weltanschauung mancher Intelligenzforscher. Unweigerlich fühlt man sich an den Ex[il]politiker und Sachbuchautor Thilo Sarrazin erinnert, der in seinen Büchern ganz ähnliche Gedankengänge ausbreitet...

Phänomene wie Migration können keine Unterschiede zwischen Kindern derselben Familie erklären. [...] So ließ sich feststellen, ob die Entwicklungen eher durch Schwankungen zwischen oder innerhalb der einzelnen Familien zu Stande kamen. Ihr Ergebnis fällt eindeutig aus: Der sinkende IQ-Durchschnitt ließ sich auf Veränderungen innerhalb der betrachteten Familien zurückführen, also von Bruder zu Bruder.

Bestimmte Erklärungsversuche scheiden somit von vornherein aus. Phänomene wie Migration oder Dysgenik beträfen beispielsweise eher die Zusammensetzung der Bevölkerung an sich; sie können aber keine Unterschiede in den Testwerten von einem zum nächsten Kind derselben Familie erklären. Das Fazit der Autoren: Sowohl der Flynn-Effekt als auch seine Umkehr müssen bestimmten Umwelteffekten geschuldet sein. [...]

Schon der ursprüngliche (also positive) Flynn-Effekt gibt Forschern Rätsel auf. Manche sehen darin ein statistisches Artefakt, das allein durch Verschiebungen in den betrachteten Stichproben zu Stande kommt. [...] Dass der Flynn-Effekt je nach Region so unterschiedlich ausfällt, mag auch mit landesspezifischen Entwicklungen zu tun haben. Das zeigt sich am Beispiel Khartum: Dort ersetzten fundamentalistische Kräfte den regulären Schulunterricht zum Teil durch einen »islamischen Lehrplan«. Fortan lernten die Schüler viel über die Errungenschaften ihres Landes und ihrer Religion, während abstrakte Fächer eher auf der Strecke blieben. [...]

Schlussendlich: Den vereinzelten Nachrichten von stagnierenden oder sinkenden Intelligenzwerten stehen bislang deutlich mehr Ergebnisse gegenüber, die nach wie vor einen Anstieg vermelden... Es ist denkbar, dass einige der Studien auch schlichtweg Ausreißer, also Extremfälle darstellen. Eine aufwändige Ursachenforschung scheint verfrüht. Denn bislang deuten die Ergebnisse eher auf vereinzelte Turbulenzen hin – nicht aber auf einen drastischen IQ-Absturz.

Theodor Schaarschmidt

Der Autor ist Diplompsychologe und arbeitet als Wissenschaftsjournalist in Berlin.

spektrum.de 1.1.2019
Kurze Analyse der durch die „Reform“ behaupteten „Verbesserungen“ und „Erleichterungen“:

1949 Wörter: 14 dass; 9 andere Reform-ss, schlussendlich; so genannte, weit reichende, 2 x hier zu Lande, 2 x zu Stande kamen/kommt, aufwändige,

Die vielgepriesene ss-Regelung, die nach Ex-Bildungsministerin Johanna Wanka 95 Prozent der „Reform“ ausmacht, ändert hier zu 61 Prozent die traditionellen „daß“ in nichtsnutzige „dass“ und bringt psychologisch sogar mehr Verwirrung anstelle von „Erleichterung“. Die neuen albernen Groß- und Trennschreibungen samt „Volksetümologien“ wirken nun wie Mottenfraß in „des Kaisers neuen Kleidern“.

„Schlussentlich“ kann man feststellen: Wissentlich haben die „Reformer“ die Kultusminister und diese „letztentlich“ die Bürger betrogen, teilweise nicht einmal aus böser Absicht, sondern weil ein tsunami-artiger negativer „Flynn-Effekt“ die Altparteien und Lehrergewerkschaften ergriffen hatte, durch den die raffgierigen Medienkonzerne und penetranten Gesellschaftsveränderer ein leichtes Spiel hatten – gegen den Willen des Volkes.

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Sigmar Salzburg
08.12.2018 10.50
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Nach dem blamablen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtschreib„reform“...

... erschien in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ die vernichtende Kritik von Prof. Theodor Ickler „Der Staat schreibt vor“ (FAZ 24. Juli 1998) mit dem den ganzen Reformirrsinn treffenden Satz:

Welch wohligen Schauer muß es dem unterwerfungssüchtigen deutschen Mitläufer bereiten, wenn er zum erstenmal dass schreibt oder so genannt spaltet und sich damit demonstrativ auf die richtige Seite, die Seite der Staatsmacht schlägt!
Heute, zwanzig Jahre später, ist das kaum denkbare Wirklichkeit geworden: Fast 80 Millionen Deutsche sind zu einem Heer von freiwilligen, gezwungenen, genötigten, stümperigen oder dressierten Mitläufern der „Reform“ umerzogen worden. Aber fast nur bei „Spektrum der Wissenschaft“ (und Wiki) hat sich die extreme Spaltungs-Barbarei erhalten, wie Friedrich Engels einmal in anderem Zusammenhang schrieb: „wie das Eichelfressen in Norwegen und den Hochalpen“.

Jetzt gab es im Internetauftritt von „Spektrum“ zwei interessante Interviews:

Am 3.12.2018 berichtete der Astrophysiker Hans-Thomas Janka über den Stand der Erforschung der Supernovae mit Hilfe von Simulationen an Superrechnern:
»Wir bewegen uns am absoluten Limit«.

Kurz vorher, am 19.11.2018, hatte der Physiktheoretiker Gerardus t’Hooft erklärt, warum er mit den bisherigen Grundlegungen und Deutungen der Quantenphysik nicht zufrieden ist: »Deutung der Quantenmechanik: Das Universum als zellulärer Automat«.
Die orthographische Analyse des Janka-Interviews ergibt:
1520 Wörter: 11 nichtsnutzige dass; 18 andere Reform-ss; so_genannter Weißer Zwerg, so_genannte »Paarinstabilitäts-Supernovae«, so_genannte Chandrasekhar-Massegrenze, 3 aufwändig; die allgemeine Relativitätstheorie: reformwidrig: als einzige,

Die orthographische Analyse des t’Hooft-Interviews zeigt:
1306 Wörter: 23 nichtsnutzige dass; 3 andere Reform-ss; das so_genannte anthropische Prinzip, die bohmsche Mechanik
Für das gesamte Dezember-Heft 2018 ergibt sich folgendes „so genannten“-Aufkommen:
so genannte kausale Modelle, so genannte Wellenfunktion, so genannte schwache Messungen, so genannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren, so genannte Selbsttoleranz, so genannte Kristallite, so genannte Dentintubuli, so genannte starke Wechselwirkungen, so genannte Schalen 2, so genannter Massendefekt, so genannter Betazerfall, so genannte Ionisierungsernergie, so genanntes generatives Netz, so genanntes Wikingerzeitalter, so genannte Adoptivkaiser, so genannte Inflation.
Um neben der albernen „Reform“ auch noch vernünftigen Gedanken Raum zu geben, sei aus den Interviews zitiert:
Physiker Gerardus t’Hooft:
In der Stringtheorie nehmen die Forscher an, dass die Grundbausteine der Materie nicht punkt- sondern linienförmig sind. Doch wie gesagt, bisher ließ sich nichts davon bestätigen... Ehrlich gesagt denke ich, dass die Stringtheorie einer Beschreibung unseres Universums nicht einmal nahe ist.

Astrophysiker Hans-Thomas Janka:
Mit unseren Computersimulationen hinken wir den Beobachtungen hinterher, denn die Programme sind extrem aufwändig. Erst seit rund fünf Jahren gibt es Supercomputer mit vielen zehntausend parallel arbeitenden Prozessoren, die solche enorm aufwändigen Rechnungen überhaupt ausführen können...

Wenn man vom Beginn des Kollapses bis zum Einsetzen der Explosion simulieren will – das ist gerade mal die erste Sekunde der Supernova –, müssen wir unser Programm ein halbes bis dreiviertel Jahr rechnen lassen, und zwar auf einem Supercomputer mit 16 000 Prozessorkernen.

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Sigmar Salzburg
25.10.2018 11.16
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„ ... eine Hand voll ins Netz!“

Steinzeit-„Reform“ bei Spektrum:

Ein massereicher Stern mit mehr als acht Sonnenmassen explodiert am Ende seines Lebens in einer spektakulären Supernova. In der Regel kollabiert dabei der Sternkern zu einem Neutronenstern oder Schwarzen Loch. [Seltener setzt ein] Quark-Gluon-Plasma (QGP) ... große Energiemengen frei und lässt auch sehr schwere Neutronensterne mit einem Quarkkern zurück. Zu diesem Schluss kommen Tobias Fischer von der Universität Breslau [politisch incorrect?] und seine Koautoren, die die Resultate ihrer Computersimulationen nun in »Nature Astronomy« veröffentlicht haben...

Astroteilchenphysiker können auch die Supernova-Neutrinos messen. Sie sind schwer nachweisbar, und bei großen Entfernungen kommt nur noch ein Bruchteil auf der Erde an. Bei der Supernova 1987A gingen nur eine Hand_voll ins Netz. Fischer und seine Kollegen sagen zwei »Neutrinoblitze« voraus: Der erste kommt durch den Gravitationskollaps und die Neutronisierung zu Stande und besteht aus Elektron-Neutrinos – das war schon vorher bekannt...

Bisher basieren die aufwändigen Computersimulationen auf einem vereinfachten Modell... Fischer und seine Kollegen erwarten allerdings, dass das Szenario im Wesentlichen gültig bleibt.

spektrum.de 23.10.2018

[Neutrinos als Teilchen mit minimaler Masse müssen gasförmig (als Dunkle Materie?) im All verteilt sein. Mein letztjährig verstorbener Schwager, der auch Diplomphysiker war, hat dazu einige Gedanken himterlassen. Leider konnte ich sie anhand der Notizen nicht rekonstruieren.]

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Sigmar Salzburg
30.09.2018 08.04
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Das Echo des Urknalls der „Reform“

Doppelspaltversuch: Was verrät die Quantentheorie über die Realität?

spektrum.de 26.9.2018

Orthographieanalyse –1511 Wörter: 7 dass; 11 sonstige Reform-ss: 6 lässt, 5 bewusst.. [Erleichterung = 0]

Spektum bringt die Übersetzung eines Artikels des Wissenschaftsjournalisten Anil Ananthaswamy über das grundlegende Doppelspaltexperiment zur Interferenz von Licht- und Materiewellen – in Urreformschreibung:

Young [1803] ... schien zunächst Recht zu behalten ... Newton, der meinte, Licht würde ... aus so_genannten Korpuskeln bestehen...[das Überbleibsel der reformistischen Spaltungsorgie]

Interferenzmuster entstehen im Allgemeinen, wenn sich mehrere Wellen überlagern ...[nein, sie entstehen auf einer Projektionsfläche]

Der Augenarzt und Physiker Thomas Young war im Jahr 1807 der Erste [klein wg. Bezug auf Physiker u. als Zahlwort], der mit einem Doppelspalt... experimentierte ...

Mathematisch gesehen ist das, was durch beide Spalte geht, kein physikalisches Teilchen und keine Welle im klassischen Begriff, sondern eine so_genannte Wellenfunktion – ... .

... ist laut der Theorie die Wellenfunktion jedes Photons zusammengebrochen, und zwar in_Folge irgendeines Prozesses, der als Messung bezeichnet wird...

Die Quantentheorie als eine der genauesten physikalischen Theorien entzieht sich bislang einer allgemein anerkannten philosophisch-physikalischen Deutung. Gegenüber stehen sich u.a. die Wahrscheinlichkeitsdeutung, sowie die Führungswellentheorie.

Ich bevorzuge die Vorstellung einer nicht wahrnehmbaren Welle, die erst bei einer Wechselwirkung als Teilchen erscheint. Die ausgedehnte Welle konzentriert sich instantan auf einen Punkt. Diese Nichtlokalität ist auch über große Entfernungen als Verschränkung vermeintlicher Teilchen nachgewiesen.

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Sigmar Salzburg
26.09.2018 07.00
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Ur-Unsinn bei Spektrum

Spektrum zögerte 1999 mit der Umstellung auf die „Reform“. Dann aber schloß sich die Zeitschrift der Urreform an und behielt sie unreformiert bis heute bei. Einige anderswo schon nicht mehr verwendete Skurrilitäten sind auch jetzt noch dort zu finden:

Atiyah präsentiert angeblichen Beweis der riemannschen Vermutung
Abelpreisträger und Fields-Medaillengewinner Sir Michael Atiyah behauptet das knapp 160 Jahre alte Problem gelöst zu haben. Gelang dem 89-Jährigen tatsächlich der Durchbruch?

Die riemannsche Vermutung zählt zu den bedeutendsten offenen Fragen der Mathematik... Nun behauptet Atiyah durch Zufall auf eine Lösung der riemannsche Vermutung gestoßen zu sein... Anfang 2018 habe er eine Konferenz besucht, wo er sich mit vielen Physikern unterhalten konnte, erzählt er. Dort sei er mit ihnen zu dem Schluss gekommen, dass man endlich die Feinstrukturkonstante verstehen müsse ... Was sollte die Feinstrukturkonstante aus der Physik nun mit der riemannschen Vermutung zu tun haben? ... Mit der so_genannten Todd-Funktion fand Atiyah nach eigenen Angaben zuerst einen mathematischen Ausdruck der Feinstrukturkonstante und ihm gelang anschließend ein Widerspruchsbeweis der riemannschen Vermutung...

Als ihn jemand im Publikum fragt, wann er sein Ergebnis veröffentlichen würde, antwortet Atiyah, dass die mathematische Herleitung der Feinstrukturkonstante das eigentlich komplizierte Ergebnis sei – der Beweis der riemannschen Vermutung sei vollständig auf seiner Folie präsentiert... Er habe seine Resultate bereits bei »arXiv« eingereicht ... – seine Arbeit sei aber nach eigenen Angaben wegen seines hohen Alters abgelehnt worden... Auch wenn Artikel auf »arXiv« ohne aufwändiges Peer-Review veröffentlicht werden, prüft ein Experte des betreffenden Fachgebiets einen Aufsatz und kann diesen dann zurückweisen.

Wie groß ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass sein Beweis stimmt? Andere Mathematiker haben sich mittlerweile kritisch geäußert. Sie vermuten schwer_wiegende Fehler in der Definition und den genutzten Eigenschaften der Todd-Funktion. Ob die riemannsche Vermutung nun wirklich bewiesen ist, ist also fraglich.

spektrum.de 24.9.2018
Die unsinnige Kleinschreibung bedeutet eigentlich immer „in der Art von Riemann“, während die „Riemannsche Vermutung“ ein Eigenname ist. – Nebenbei: Nun wüßte ich gerne, ob meine eigene Annäherung an die Zahl ~137,036 der vorgenannten ähnelt.

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Sigmar Salzburg
21.07.2018 05.26
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Vince Ebert extrapoliert

Was wäre, wenn wir frei wären?

In den Geistes- und Naturwissenschaften finden sich zahlreiche Erklärungsmodelle zum freien Willen. Der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert wirft einen Blick auf den Diskurs um die menschliche Willensfreiheit in Philosophie und Neurobiologie.

»Bereits 1954 machte der kanadische Neurowissenschaftler James Odds Tests mit Ratten, indem er ihnen Elektroden an den Hypothalamus legte. Sobald die Forscher die Schaltungen für das Begehren anregten, wurden die Tiere lebhaft aktiv. Aber ihr Handeln hatte kein Ziel. Was die Nager taten, spielte plötzlich keine Rolle mehr. Es kam einfach nur darauf an, hektische Betriebsamkeit ohne irgendeinen Sinn und Zweck an den Tag zu legen. Die Politik ist der beste Beweis, dass dieser Effekt auch ohne eine Reizung des Hypothalamus möglich ist.«

spektrum.de 9.6.2018

... und unter den politischen Beweisen ragt in Deutschland die nichtnutzige Betriebsamkeit wegen der Rechtschreib„reform“ hervor und seit geraumer Zeit die selbstmörderische Betriebsamkeit zur Förderung der Masseneinwanderung.

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Sigmar Salzburg
12.04.2018 07.13
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Spektrums Warkus

Eigentlich wollte ich etwas Tiefschürfenderes dazu schreiben, aber mir fehlt die Zeit und Lust. Daher bleibt es bei einer einfachen Glosse:

Der Philosoph Matthias Warkus versucht, dem Satz “Der Islam gehört zu Deutschland“ oder seinem Gegenteil mit den Mitteln seiner Fregeschen Zerlegungs-Logik einen Sinn abzugewinnen, aber scheitert daran:

Behauptet man ..., »der Islam« gehöre nicht zu Deutschland, weil Deutschland »historisch christlich geprägt sei«, dann behauptet man, jedes Zerlegungsprodukt von Deutschland, dem die »historische christliche Prägung« nicht irgendwie anzumerken sei, gehöre nicht zu Deutschland. Nun ist aber zum Beispiel ein Studium des Maschinenbaus hier zu Lande vermutlich frei von jeder erkennbaren christlichen Prägung. Aber heißt das, dass die Maschinenbaufakultät der TU Chemnitz nicht zu Deutschland gehört?
spektrum.de 29.3.2018
Ungewollt demonstriert „Spektrum“ die Dürftigkeit einer mechanistischen Zerlegungslogik, hier auf der orthograpischen Ebene (mit Warkus‘ Willen?). Die Wortbildung „hierzulande“ bedeutet etwas anderes als die reformistische Aufspaltung „hier zu Lande“, die sogleich nach Erklärungen des Zustandes „zu Wasser“ oder „zur See“ verlangt.

Sprache erzeugt die vollständige Information erst zusammen mit dem Vorwissen des Empfängers und dessen Einbindung in den Gebrauch der Sprachgemeinschaft. Der Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ ist nicht sinnlos, wie Warkus meint, sondern unpassend und indoktrinierend.

„Gehören zu“ leitet sich entfernt von „hören auf“ ab:
Jetzt bilde man zu den folgenden Sätzen die Ergänzung
„ ... wie der Islam zu Deutschland.
Kinder gehören zu ihren Eltern...
Die Ehefrau gehört zu ihrem Mann...
Der Hund gehört zur Familie...

Recht und Ordnung gehören in die Amtsstuben...
Klappern gehört zum Handwerk...
Rum gehört in den Pharisäer...

Die Pyramiden gehören zu Ägypten...
Der Kölner Dom gehört zu Köln...
Goethes Faust gehört zur Bildung...

Der Wahnsinn gehört zu Friedrich Nietzsche ...
Der Rollstuhl gehört zu Wolfgang Schäuble...
Die Warze gehört zu Claudia Roth...
Den Rum im Pharisäer hatte ich schon früher besprochen.

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Sigmar Salzburg
08.04.2018 12.22
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Der Reform-Urknall bei Spektrum

Hatte eine (Anti-)Materialismus-Konferenz in China Folgen?:

Seit Langem sind Wissenschaftler einem Unterschied zwischen Materie und Antimaterie auf der Spur... Schließlich muss beim Urknall mehr Materie als Antimaterie entstanden sein... ¹

In diesem Sinne ist auch die bisher aufwändigste Untersuchung von »Antiwasserstoff« eine Enttäuschung: Die so_ genannte 1S-2S-Spektrallinie des Antiatoms gleiche in noch größerem Maße der korrespondierenden Linie bei Wasserstoff als bisher vermutet, berichten Physiker der ALPHA-Kollaboration am Genfer Kernforschungszentrum CERN im Fachmagazin »Nature« ...

Nun haben die Forscher untersucht, wie sich die Lichtteilchen verändern, wenn man die Energieniveaus von 15000 Antiwasserstoffatomen mit Hilfe eines Magnetfelds verschiebt. So konnten die Physiker Lichtteilchen auffangen, deren Wellenlänge leicht von der des eigentlichen Übergangs abwich. Insgesamt gleiche die zu Grunde liegende »Hyperfeinstruktur« der einfachsten Orbitalzustände der von Wasserstoff bis auf die zwölfte Nachkommastelle, berichten die Wissenschaftler. Damit ist ein Unterschied zwischen Wasserstoff und seinem Antimateriependant weiterhin nicht in Sicht...

Spektrum.de 5.4.2018

¹) Das All könnte sich auch in einer ersten Superquantenfluktuation zu gleichen Teilen zweigeteilt haben.

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Sigmar Salzburg
28.01.2018 06.42
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„Spektrum“ verharrt in der Steinzeit der Rechtschreib„reform“

Die Zeitschrift verläßt immer häufiger den Pfad exakter Wissenschaften zugunsten soziologischer Mutmaßungen: Obwohl der Antisemitismus fest im Koran verankert ist, soll jetzt Europa für seine gegenwärtige moslemische Ausprägung verantwortlich sein. – Wir wollen darüber nicht befinden, stellen aber fest, daß Argumente, eingekleidet in Gender-Korrektheit und längst ausgemusterte Varianten der Ur-Rechtschreib„reform“, eher an Überzeugungskraft verlieren:

Bemerkenswert bei der jüngsten Studie ist die riesige Bandbreite von Einstellungen gegenüber Jüdinnen und Juden. Neben wildesten Weltverschwörungsfantasien, Bagatellisierungen des Holocaust und bitterem Hass finden sich auch reflektierte Positionen und Sympathien für die Juden. ... Günther Jikeli betont: „Verschwörungsfantasien gehen durch alle Schichten...“

In gebildeten Milieus hier zu Lande wäre das heute eher schlecht vorstellbar. Monika Schwarz-Friesel von der TU Berlin, die sich seit Langem intensiv mit den verbalen Mustern des Antisemitismus beschäftigt, stellt fest: „Seit 1945 ist bei uns ein expliziter Vulgärantisemitismus tabuisiert und wird sanktioniert.“ Judenfeindliche Botschaften würden quasi getarnt und in Form von so genannten Umweg-Kommunikationen artikuliert. „Statt explizit auf Juden zu verweisen, werden Paraphrasen wie ‚jene einflussreichen Kreise‘ benutzt. ...“

spektrum.de 26.1.2018

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Sigmar Salzburg
09.12.2017 09.11
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CERN-Collider und Wort-Spalter

Eben haben wir Icklers Spott über die deutschen Mitläufer von „dass“ und „so genannt“ zitiert, da bringt „Spektrum“ die Übersetzung eines langen Interviews mit der 28jährigen Teilchenphysikerin Yangyang Cheng mit ebendiesen Markenzeichen des Reformunfugs im Übermaß:

Um der Natur nach der Entdeckung des Higgs-Bosons weitere Geheimnisse zu entlocken, wollen Forscher als Nachfolger des LHC einen noch stärkeren Teilchenbeschleuniger bauen – möglicherweise in China. Die chinesischstämmige Teilchenphysikerin Yangyang Cheng warnt vor diesem Vorhaben...

Spektrum.de: Frau Dr. Cheng, wozu benötigen Physiker einen noch größeren Teilchenbeschleuniger als den LHC?


Yangyang Cheng: Wir haben am LHC bisher nichts gefunden, was über das Standardmodell der Teilchenphysik hinausreicht. Für vieles, was wir in der Natur beobachten, liefert das Standardmodell keine Erklärung. Zum Beispiel bietet es keinen Kandidaten für die Dunkle Materie und kann nicht erklären, warum die elektroschwache Kraft so viel stärker ist als die Gravitation – das so genannte Hierarchieproblem. Meine Kollegen und ich arbeiten am CERN daran, die Fähigkeiten der Detektoren und die Intensität des LHC zu verbessern ...

Es gibt außerdem Pläne für eine zweite Art von Beschleunigern, die eher dem LHC ähneln würden. Um was handelt es sich dabei?

Um so genannte Hadronen-Beschleuniger. Hadronen setzen sich aus mehreren Elementarteilchen zusammen, zu ihnen zählen beispielsweise die Protonen, die am LHC kollidieren...

Es gibt Pläne für einen Linearbeschleuniger des oben skizzierten Typs namens ILC (International Linear Collider) Ringbeschleuniger und einen Linearbeschleuniger am CERN . Daneben gibt es Pläne für einen Ringbeschleuniger in China, den so genannten Circular Electron Positron Collider (CEPC)...

spektrum.de 7.12.201

2439 Wörter: 17 dass, 12 andere Reform-ss*, 3 so_genannte; Albtraum, Gräueltaten*
Obwohl der lächerliche Einfall, „sogenannt“ aufzuspalten, längst nicht mehr bindend ist (wie von Anfang an die ganze „Reform“), besteht Spektrum auf dieser Skurrilität, weil man ja staatstragend „demokratisch“ ist und macht mit, die Sache dem Volk undemokratisch überzustülpen. Auf der anderen Seite grenzt Spektrums Springer-Verlag Menschen von Informationen aus, die das Pech haben, nicht in einer westlichen Demokratie zu leben:
[Spektrum] Der Verlag Springer Nature (zu dem auch „Spektrum.de“ gehört – Anm. d. Red.) hat als Reaktion auf chinesische „Vorschriften“ kürzlich einen kleinen Teil seiner englischsprachigen Fachinformationen für den chinesischen Markt gesperrt. Man habe diesen „bedauerlichen Schritt“ unternommen, um noch weitaus gravierendere Konsequenzen für wissenschaftliche Autoren und Kunden abzuwenden. Was halten Sie von dieser Entscheidung, die offenbar einem Dilemma entspringt?

[Yangyang Cheng] Springer Nature ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, das Geld verdienen und sein Geschäft ausbauen will. Das sind vernünftige Bestrebungen. Andererseits hat das Streben nach Kapital einige der schrecklichsten Gräueltaten der letzten Jahrhunderte verursacht, wie zum Beispiel die Sklaverei. Ich denke, es sollte nie ohne Prinzipien erfolgen, vor allem nicht bei einem akademischen Verlag. Was für einen Zweck hat ein Wissenschaftsverlag, der den Grundsatz der akademischen Freiheit nicht aufrechterhalten kann?...
Yangyang Cheng arbeitete mit 19 Jahren auf ihre Doktorarbeit hin, nachdem sie in die USA übergewechselt war. Man sieht, welche Talente dem Land aus Fernost zuströmen, im Gegensatz zu Deutschland, das sich gutmenschlich mit Kopftuchintelligenz anreichert. Daß Quantenphysiker jung sind, fiel schon in den Zwanziger Jahren auf. Man sprach damals geradezu von einer „Knabenphysik“. Der jüngste war der (natürlich jüdischstämmige) russische Physiker Lew Landau, dem mit 18 seine erste Veröffentlichung gelang.

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Sigmar Salzburg
28.11.2017 05.22
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Politisch korrekte Spektrum-Scilogs

Ein mir bislang nicht aufgefallener Linguistik-Professor versucht, sich mit vermeintlichen Methoden seiner Wissenschaft am modischen AfD-Bashing zu beteiligen.

Perfide Sprachspiele der Andeutungen
26. November 2017|
• Von Ekkehard Felder
In der politischen Auseinandersetzung wird oft darüber gestritten, ob bestimmte politische Statements noch im Spektrum der legitimen Meinungsäußerung zu verorten sind oder die Grenze zur Diffamierung (Verachtung, Hetze, Erniedrigung, Beleidigung, Verleumdung, Schmähung usw.) schon überschritten haben. Besonders schwierig wird es, wenn Sprachspiele der Andeutungen für die Infektion der politischen Diskurse sorgen.

Beispielsweise äußerte sich AfD-Politiker Alexander Gauland am Abend der Bundestagswahl vom 24. September 2017 wie folgt: „Wir werden sie jagen. Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen.“ Diese Äußerungen haben vielfach Empörung ausgelöst ebenso wie Gaulands Äußerung, er und seine Anhänger würden die Integrationsbeauftragte Özoguz „in Anatolien entsorgen“.
[...]
Die Steigerung: Merkmale eines perfiden Sprachgebrauchs
[...]
Im Alltag rutscht uns solch eine Formulierung schon einmal heraus, wir können sie aber leicht im Dialog klären bzw. eindeutig machen. Das ist der große Unterschied zum öffentlichen Sprachgebrauch, wenn mit Giftspritzen der Andeutungen ein Diskurs infiziert werden soll. Zurückzuweisen sind unberechtigte Inanspruchnahme von Gültigkeitsbedingungen und das Überschreiten von Befugnissen.
Die nun folgenden Ausführungen basieren aber mehr auf der von den übereifrigen Kultusministern in den 70er Jahren eingeführten, gänzlich verfehlten Grundschul-Mengenlehre als auf sprachlicher Logik:
Zurück zu Gaulands „Wir werden Frau Merkel […] jagen, und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen“. Schlüsseln wir die Pronomen dieses Satzes auf:

wir = (bezieht sich auf) AfD und ihre Anhänger
uns = AfD und ihre Anhänger
unser = kann sich nicht auf die AfD und ihre Anhänger beziehen, sondern auf eine größere Menge (Extension)

Daher schließt sich die Frage an: Wie kann man eine Menschenmenge, die offensichtlich nicht zum Wir gehört, „zurückholen“ in eine Gruppe, in der die verlorengegangene Menschenmenge – der stillschweigenden Voraussetzung (Präsupposition) zufolge – schon einmal gewesen sein muss?
In Wirklichkeit handelt es sich hier um eine leichte rhetorische Änderung der Blickrichtung, die normaldenkende Menschen mühelos mitvollziehen können: »„Wir“ als die neu in den Bundestag eingezogene AfD-Fraktion und „wir“ als verantwortungsbewußte Vertreter des Volkes, „unseres“ Volkes« – auch dem Wohl derer verpflichtet, die nicht AfD Wähler waren, nicht zuletzt aufgrund der medialen Volksverdummung, wie sie hier nur etwas professoraler fortgeführt wird:
Hier kommt das geschickte Sprachspiel der Andeutungen und Anspielungen zur Wirkung, eine perfide Form der Ansteckung, die Macht des So-Gesagten-aber-doch-nicht-so-Gemeinten oder die Infektion des Diskurses...

Ekkehard Felder ist Professor für Germanistische Linguistik an der Universität Heidelberg. Er initiierte 2005 die Gründung des internationalen und interdisziplinären Forschungsnetzwerks Sprache und Wissen.

scilogs.spektrum.de 26.11.2017
Eher erheiternd ist dagegen die genderversiffte Selbstdarstellung seines Institutes im Internet:
Prof. Dr. Ekkehard Felder – Europäisches Zentrum für ...
ezs-online.de/de/ueber-das-ezs/personen/
Den Kern der EZS-SprachwissenschaftlerInnen bilden die ProfessorInnen, PrivatdozentInnen sowie verantwortlichen AbteilungsleiterInnen ...

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Sigmar Salzburg
12.11.2017 09.00
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Zunehmende Laberwissenschaft bei Spektrum

Die Zeitschrift „Scientific American“ besteht seit 1845. Hochrangige Wissenschaftler berichten darin allgemeinverständlich über ihre Arbeit. Früher habe ich sie des öfteren gelesen, vor allem, als die Quantenchromodynamik entscheidende Fortschritte in die Elementarteilchenwelt brachte. Deswegen war ich auch erfreut, ab etwa 1980 eine deutsche Ausgabe „Spektrum“ abonnieren zu können.

Leider nahm der Anteil der deutschen Eigenbeiträge aus der Welt der Laberwissenschaften immer mehr zu, so daß nach zwanzig Jahren die Umstellung auf die alberne Rechtschreib„reform“ den letzten Anstoß gab, das Abonnement zu kündigen. Geärgert hatte mich schon vorher ein Artikel von Mentrup über die „wissenschaftliche“ Rechtschreib„reform“ und ein anderer, indem der Schreiber empfahl, das Kinderkriegen den Ausländern zu überlassen.

Wenn man heute in den Internet-Auftritt von Spektrum schaut, überwiegen die Beiträge aus den Laberfächern, und ganz beiläufig sorgt man dafür, vor allem in den „Blog“-Bereichen“, daß bei aller Liberalität die Steinzeitidee „Gott“ nicht in Vergessenheit gerät.

Warkus' Welt: Hat Gott eine Ursache?
Keine Wirkung ohne Ursache – dieses Prinzip gilt nicht nur für die verärgerte Chefin oder das weinende Kind, sondern auch für Zitronen. Bei Gott und der Zahl „1“ wird es allerdings schwierig, erklärt unser Kolumnist Matthias Warkus.

von Matthias Warkus

Im Alltag, aber auch in Wissenschaft und Politik geht es ständig um Ursachen und Wirkungen...
„Keine Wirkung ohne Ursache“ ist ein Satz, der nichts Neues sagt...

Die materielle Ursache (causa materialis) ist ein Material, ein Substrat, das verändert oder bewegt wird;... Die formale Ursache (causa formalis) ist die Gestalt, die der Veränderung zu Grunde liegt;... Die Wirkursache (causa efficiens) ist etwas anderes, was mit dem veränderten oder bewegten Gegenstand interagiert, um die Veränderung oder Bewegung auszulösen; ... Die Zweckursache (causa finalis) ist der Zweck der ganzen Veranstaltung ...

Bei der Zahl 1 oder Gott wird es schon schwieriger, und wer aufmerksam gelesen hat, wird bemerkt haben, dass das Vier-Ursachen-Schema unterstellt, dass das, was da verursacht wird, immer die Veränderung oder Bewegung von etwas Materiellem ist. Ich weiß nicht, ob Gott unter diese Beschreibung passt, aber zumindest die Zahl 1 fällt ganz klar heraus. Sie ist durch nichts verursacht.

Ist es also so, dass jede Wirkung – also alles, was Ursachen hat –, immer eine Veränderung oder Bewegung eines materiellen Gegenstands ist? Was meinen Sie?

Viele heute tätige Philosophinnen und Philosophen würden diese Frage bejahen, aber längst nicht alle; das Thema ist alles andere als ausdiskutiert. Es handelt sich hier um eine genuin philosophische Frage: Sie ist so allgemein gefasst, dass sie sich nicht weiter verallgemeinern lässt, und sie lässt sich nicht durch Experimente oder durch Rechnen beantworten.

Matthias Warkus ist Philosoph und lehrt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Es ist sehr die Frage, ob die Zahl „eins“ durch nichts verursacht ist. In den dreißiger Jahren legte P.A.M. Dirac in einer Theorie nahe, daß die Quantisierung der elektrischen Elementarladung durch die Existenz mindestens eines magnetischen Monopols erklärt werden könnte. Die Existenz des Spins ℏ/2 bewirkt ebenfalls eine unterscheidbare Ordnung der Materieteilchen. Ihre gedankliche Aufreihung und Abzählung ist dann wieder die Leistung höherer Organismen.

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Sigmar Salzburg
23.06.2017 10.33
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Quanten- und Quäntchenforschung

Die Chinesen mit ihrer Zeichenschrift, tausendfach schwieriger als die deutsche Rechtschreibung, stoßen in die Spitze der Wissenschaft vor und veröffentlichen die Ergebnisse in der zwanzigfach konfuseren englischen Orthographie:

Quantenteleportation: Verschränkte Photonen aus dem All
Chinesische Forscher stellen per Satellit einen Quantenlink zwischen 1200 Kilometer voneinander entfernten Bodenstationen her. Ein Meilenstein – der ganz nebenbei fundamentale Tests der Quantenphysik ermöglichen könnte...

Das chinesische Experiment war im Vorfeld mit großer Spannung erwartet worden. Es gilt als wichtiger Test in der Disziplin der Quantenkommunikation, die den Austausch abhörsicherer Nachrichten in Aussicht stellt. Mittels Quantenlink könnten zwei Parteien so_genannte Quantenschlüssel austauschen... Bislang funktionierte derartige Quantenkommunikation aber selbst bei optimalen Bedingungen nur über Strecken von gut 100 Kilometern. Denn sowohl in den besten verfügbaren Glasfaserkabeln als auch in Luft stoßen zur Übermittlung eingesetzte Lichtteilchen auf Atome, wodurch die Verschränkung früher oder später verloren_geht.
spektrum.de 16.6.2017... 本周Science 2017年6月16日
Während der letzten zwanzigjährigen Aufstiegsphase der chinesischen Wissenschaft schufen die deutschen Quäntchen-Forscher und -Politiker den Rat für Rechtschreibung, um „Quentchen“ und „daß“ endgültig auszurotten und die Getrenntschreibung wieder einmal neu zu regeln.

Aber zum Inhalt der Meldung: Wichtiger als die Kryptographie ist die philosophische Erkenntnis, daß „Raum und Zeit Illusionen“ sind, wie Einstein es einmal ähnlich formulierte. Gerade er, der Entdecker der Lichtgeschwindigkeit als fundamentale Konstante der Wirkungsfortpflanzung, wollte nicht glauben, daß es auch den Raum mißachtende zeitlose Zusammenhänge geben könne. Der irreführend „Quantenteleportation“ genannte Effekt zeigt, daß die Natur manche Erhaltungsgesetze strenger einhält, als die Unschärferegelungen der Quantenphysik glauben machen wollen.

Der Drehimpuls muß erhalten bleiben. Wenn von einem Photonpaar eins gezwungen wird, mit einem Drehimpuls in einer bestimmten Richtung in Erscheinung zu treten, so kann das andere nur gegensätzlich gefunden werden, unabhängig von der Entfernung. Eine einsehbare, wenn auch irre Lösung bietet bisher nur die Viele-Welten-Theorie von Everett, die etwa besagt, daß alle paarweisen Ergebnisse bereits vorbestimmt sind und wir beim Messen nur in die betreffende Dimension eintauchen.

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